Vor 325 Jahren wurde am 30. Januar 1681 in Brüssel der Post-organisator Anselm Franz von Thurn und Taxis als erster Sohn des Generaloberstpostmeisters Eugen Alexander von Thurn und Taxis (1652 - 1714) geboren.
Nachdem Kaiser Karl VI. (1685 - 1740; seit 1711 deutscher Kaiser)in Verbindung mit dem Ende des Spanischen Erbfolgekriegs im Frieden von Utrecht 1713 die südlichen Niederlande erworben hatte belehnte der Kaiser seinen „Erbgeneralpostmeister im Reich und Niederlanden auch lieben Oheimb undFürst“ Anselm Franz von Thurn und Taxis am 21. Februar 1715 mit dem Generalat über die Reichsposten. Erst mit einem für 25 Jahre geltenden Pachtvertrag vom 23. Mai 1725 setzte Karl VI. seinen Generaloberstpostmeister in die Stellung ein, die dessen Vater infolge der vormaligen Besetzung Brüssels verloren hatte. In Verbindung mit seinem der Statthalterin der Niederlande am 18. März 1729 geleisteten Huldigungseid verpflichtete er sich gegenüber den Vertretern der Generalstaaten von Brabant, dass alle höheren und niederen Postbeamten aus den österreichischen Niederlanden stammen sollten.
Unter der Regie des Fürsten wurde der Erwerb von umfangreichen Ländereien auf deutschem Boden zügig fortgeführt. Dazu gehörte auch das am 19. August 1734 erworbene Schloss Trugenhofen in der Nähe von Nördlingen (seit 1819 unter dem Namen Schloss Taxis geführt).
Von 1729 bis 1731 ließ Anselm Franz von Thurn und Taxis in der Eschenheimer Straße in Frankfurt (Main) das fürstliche Palais errichten, welches im Wechsel mit Brüssel als Residenz diente.
- Während der Rheinbundzeit wohnte in diesem Palais als diplo-matischer Geschäftsträger Carl Theodor Reichsfreiherr von Dalberg (1744 - 1817; von 1802 bis 1813 Kurfürst von Mainz); von 1815 bis 1866 war das Gebäude der Tagungsort des Deutschen Bundestages. Es wurde 1. April 1892 von der Deutschen Reichspostverwaltung über-nommen. -
Anselm Franz von Thurn und Taxis starb am 8. November 1739 in Brüssel. Dort wurde er als letztes Taxis´sches Familienmitglied in der Grabkapelle Notre Dame des Sablons beigesetzt. Nach dem Tod von Anselm Franz von Thurn und Taxis übernahm sein Sohn Alexander Ferdinand von Thurn und Taxis (1704 - 1773) das Amt des General-oberstpostmeisters.