Vor 125 Jahren wurde am 25. Dezember 1881 in Eydelstedt (Niedersachsen) der deutsche Techniker Christian Hülsmeyer geboren.
Der ursprünglichen Absicht Hülsmeyers, die Rückstrahlortung (heute bekannt unter dem Kunstwort Radar, abgeleitet aus der englischen Bezeichnung radio detecting and ranging = Entdecken und Orten durch Radiowellen) für eine Verminderung der beim Schiffsverkehr auftretenden Gefahren einzusetzen, stand man anfangs ablehnend und in Unkenntnis der Zusammenhänge überheblich gegenüber. Als Hülsmeyer das von ihm erfundene Gerät erstmalig am 18. Mai 1904 auf der Kölner Hohenzollernbrücke aufstellte und auf den Rhein richtete, wurden die ausgestrahlten Wellen von den Metallmassen der sich nähernden Schleppzüge und Dampfer reflektiert, wobei zur Anzeige im Empfänger eine elektrische Klingel diente. Das bewog die eingeladenen Journalisten, sich in ihren Blättern über die „Klingelei an der Rheinbrücke“ lustig zu machen. Sie konnten nicht ahnen, welche epochale Erfindung ihnen damals demonstriert worden war.
Nur unter großen Entbehrungen konnte der als Zimmermann mühsam für den Familienunterhalt sorgende Vater Hülsmeyers erreichen, dass sein Sohn Christian nach Besuch der Volksschule im Jahre 1896 am Lehrerseminar in Bremen aufgenommen wurde. Hier hatte Christian Gelegenheit, im Laboratorium des Seminars physikalische Experimente mit elektromagnetischen Wellen durchzuführen, die kurz zuvor von dem deutschen Physiker Heinrich Hertz (1857 - 1894) im Jahre 1888 erstmals nachgewiesen worden waren. Ähnlich wie sein berühmter Vorgänger fasste der Sechzehnjährige den Gedanken, die Reflexion der Hertzschen Wellen zur Ortung metallischer Gegenstände zu verwenden. Um später seine Idee verwirklichen zu können, verließ Hülsmeyer 1897 das Lehrerseminar und nahm eine Lehrstelle im Bremer Werk von Siemens & Schuckert an.
Fünf Jahre später ging Hülsmeyer nach Düsseldorf, wo er sich ab 1902 intensiv der Verwirklichung seiner Idee widmete. Zunächst führte er am Rheinufer seine ersten Reflexionsversuche mit elektrischen Wellen an vorbeifahrenden Schiffen durch. Zwar waren seine Geräte noch recht primitiv, aber die damit erreichten Ergebnisse gelangen so erfolgreich, dass er bald einen Geldgeber für seine nächsten Konstruktionen und Versuche fand. Endlich erhielt Hülsmeyer am 30. April 1904 für sein „Telemobiloskop“ das Reichspatent Nr. 165 546. Dieses Gerät kann als Vorläufer der heutigen Radartechnik gelten.
Im Gegensatz zur damaligen drahtlosen Telegrafie, die mit langen Wellen arbeitete, benutzte Hülsmeyer für seine Versuche Kurzwellen im Dezimeter-Bereich. Bei seinem 1904 in Köln öffentlich vor-geführten Reflexionsversuch überbrückte er anfangs zwar nur einige hundert Meter, doch mehrere Monate später konnte er in Rotterdam mit verbesserten Geräten bereits eine Entfernung von 3000 Metern erreichen. Daraufhin erhielt Hülsmeyer 1904 ein Zusatzpatent für die Entfernungsmessung auf elektrischem Wege.
Einerseits wurde die große Bedeutung von Hülsmeyers Erfindung damals nicht erkannt, andererseits fehlten noch eine Reihe leistungsfähiger Bauelemente, so dass das „Telemobiloskop“ vorläufig nicht zum praktischen Einsatz gelangte und die eigentliche Entwicklung des Radars erst rund dreißig Jahre später einsetzte.
Hülsmeyer wandte sich daher anderen technischen Gebieten zu und gründete in Düsseldorf eine Fabrik für Rostschutzfilter.
Er starb am 31. Januar 1957 in Ahrweiler (bei Düsseldorf).