Vor 175 Jahren wurde am 16. Mai 1831 in London der britische Physiker David Edward Hughes geboren.
Die äußeren Erscheinungen der elektromagnetischen Felder und Wellen hatten schon einige Wissenschaftler vor ihm beobachtet, und von James Clerc Maxwell (1831 - 1879) lag bereits eine klar durchdachte Theorie dafür vor; aber auch Hughes gelang es noch nicht, das Geheimnis der elektromagnetischen Wellen endgültig zu lüften. Einen experimentellen Nachweis erbrachte erst Heinrich Hertz (1857 - 1894) im Jahre 1886. Weitaus bekannter wurde Hughes jedoch durch seine Konstruktion des ersten Typendrucktelegrafen.
Seine Jugendjahre verbrachte Hughes in den USA, wohin seine Eltern bereits 1838 ausgewandert waren. Am Joseph´s College in Bardstown (Kentucky) studierte er Physik und Musik. Diese Fächer lehrte er später auch an der Hochschule von Bardstown, an der er seit 1850 als Lehrkraft wirkte.
Einige Jahre später gelang Hughes im Jahre 1854 die Konstruktion des ersten brauchbaren Typendrucktelegrafen. Die Telegramme wurden bei diesem Apparat über 14 weiße und 14 schwarze Klaviertasten ein-gegeben. Für den synchronen Lauf zwischen Sende- und Empfangsapparat sorgte ein Bremsregler. Das Drucken der Buchstaben geschah erstmals mit einem Typenrad. Als Antrieb diente anfangs ein Laufwerk mit Gewichtsantrieb; ehe es abgelaufen war, musste es jedesmal mit einem Fußhebel aufgezogen werden.
Auf seinen Apparat erhielt Hughes 1855 in den USA ein Patent. Bereits 1857 gab es in Europa die ersten Hughes-Apparate. In den nächsten Zehn Jahren brachte der Apparat seinem Erfinder viele Ehrungen und Preise ein. Da sich inzwischen der Hughes-Apparat im praktischen Einsatz bei mehreren Telegrafenverwaltungen bewährt hatte, wurde dieser Apparat auf dem 1868 in Wien durchgeführten Internationalen Telegrafenkongress zur Einführung auf inter-nationalen Linien empfohlen. Danach konnte sich der Hughes-Apparat mehr als sechs Jahrzehnte behaupten, ehe er vom Springschreiber (Fernschreiber) abgelöst wurde.
Von der Übersiedlung nach England im Jahre 1877 erhoffte sich Hughes noch bessere Bedingungen für seine weitere wissenschaftliche Arbeit. Schon ein Jahr später konnte er als seine nächste bedeutsame Erfindung am 9. Mai 1878 der Royal Society in London ein Kohle-mikrofon vorführen, welches sich als weitaus empfindlicher als das Mikrofon von Thomas Alva Edison (1847 - 1931) erwies.
Als Ergebnis seiner sorgfältig durchgeführten experimentellen Forschungstätigkeit stammen von Hughes wichtige Beiträge zur Entwicklung einer Theorie des Magnetismus und eine von ihm konstruierte Induktionswaage. Zwar experimentierte Hughes schon 1879 mit elektromagnetischen Wellen, ohne dabei ihr Wesen zu erkennen. Ein Nachweis, wie er inzwischen Hertz gelungen war, glückte ihm mit Hilfe eines Detektors erst im Jahre 1891.
Hughes wurde von der Royal Society 1885 mit einer Goldmedaille ausgezeichnet, zum Ehrenmitglied der Vereinigung der Telegrafen-ingenieure ernannt und zum Vizepräsidenten der Royal Institution berufen.