Vor 125 Jahren wurde am 20. März 1881 in Salzburg (Österreich) der deutsche Ingenieur Fritz Pfleumer geboren.
Zwar waren als Tonträger Schallwalzen mit Wachsmatrizen von Thomas Alva Edison (1847 - 1931), Schallplatten von Emil Berliner (1851 - 1929) und magnetisierbare Stahldrähte von Valdemar Poulsen (1869 - 1942) um 1900 bereits im Einsatz - das Interesse an der Entwicklung ausgereifter Magnettongeräte ließ jedoch vorübergehend nach. Einer-seits deshalb, weil Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts bereits erhebliche Summen in die Entwicklung der mechanischen Tonspeicher-technik investiert worden waren; andererseits fehlten als technische Voraussetzung eine Vielzahl an Bauelementen und Baueinheiten wie beispielsweise leistungsstarke Verstärker, elektromotorische Laufwerke, akustische Wandler und Magnetköpfe. Ein weiterer Mangel waren fehlende Tonträger mit verbesserten Eigenschaften in Bandform. Diese letzte Lücke schloss Pfleumer mit seiner Erfindung eines Magnetbandes als magnetisierbarem Informationsträger. Mit seinen Arbeiten schuf er die Voraussetzungen für den Beginn der „Magnetband-Epoche“, die um 1935 einsetzte.
Als Sohn eines Druckereibesitzers geboren verlegte Pfleumer 1897 seinen Wohnsitz nach Dresden. In Dresden absolvierte er ein Ingenieurstudium und beschäftigte sich danach zunächst mit Gebieten, die nichts mit seiner späteren Erfindung zu tun hatten.
Anfangs als Berater der Dresdener Zigarettenmaschinenfabrik „Universelle“ beschäftigt übernahm er im Jahre 1927 die Aufgabe, für das Papier der Zigarettenmundstücke einen haltbaren Überzug aus goldglänzendem Bronzelack zu entwickeln. Vielleicht brachte das Pfleumer im gleichen Jahr auf die Idee, auf einem Papierstreifen gehärteten Stahlstaub mit Lack zu fixieren und damit einen magnetisierbaren Tonträger - das Tonband - zu erfinden. Dieses Magnetband erwies sich dem bisher verwendeten Stahlmaterial in vieler Hinsicht als weit überlegen. Auf seinen „Lautschriftträger“ wurde Pfleumer am 31. Januar 1928 unter der Nummer DRP 544 302 mit der Bezeichnung „Verfahren zur Herstellung von Stahlpulver“ ein Patent erteilt.
Zwecks kommerzieller Verwertung seiner Erfindung baute Pfleumer im Frühjahr 1928 ein Magnetbandgerät, mit dem er die von ihm her-gestellten Bänder vorführte. Bei einer Breite von 16 Millimetern waren seine Bänder bereits zweispurig; in 20 Minuten Betriebszeit liefen bei 25 cm/s Bandgeschwindigkeit rund 300 Meter Magnetband ab. Trotz einem positiven Widerhall in der Presse, welche 1931 die guten Ergebnisse rühmte, fand sich kein Unternehmer für die praktische Auswertung der epochalen Erfindung Pfleumers.
Nach verschiedenen vergeblichen Bemühungen fand Pfleumer am 1. Dezember 1932 in der AEG einen sowohl interessierten als auch attraktiven Vertragspartner. Nachdem 1935 Eduard Schüller (1904 - 1976) die Leitung des AEG-Labors für die Entwicklung von Magnetband-geräten übernommen hatte konnte auf Pfleumers Vorarbeit basierend im August 1935 ein praxisreifes erstmals in der Welt serienmäßig produziertes Magnetbandgerät vom Typ K 1 mit dem IG-Farben-Band Typ C als Tonspeicher der Öffentlichkeit vorgeführt werden.
Nachdem 1942 die Magnetophon GmbH gegründet worden war teilten sich die AEG mit der Gerätefertigung und die IG Farben Werk Ludwigshafen mit der Tonbänderherstellung ihrer 6,5 Millimeter breiten auf Azetylcelluloseträgern mit Carbonyleisen beschichteten Bänder je zur Hälfte ihre Geschäftsanteile bei diesem vertraglich festgelegten Joint Venture.
Ungeachtet zahlreicher Patentanfechtungen erwiesen sich Pfleumers Erfindungen mit den daraus resultierenden Lizenzgebühren für ihn sehr lukrativ.
Er starb am 29. August 1945 in Radebeul (bei Dresden).