Vor 175 Jahren wurde am 13. Juni 1831 in Glenlais (bei Edinburgh) der britische Physiker James Clerc Maxwell geboren.
Das Lebenswerk seines Landsmannes und berühmten Fachkollegen Maxwell charakterisierte der britische Physiker Joseph John Thomson (1856 - 1940) mit den Worten: „Maxwell hinterläßt uns das stolze Erbe eines großen Namens. Wie groß dieses Erbe war, wurde erst lange nach seinem Tode erkannt“.
Der spätere Wegweiser der theoretischen und experimentellen Physik des zwanzigsten Jahrhunderts Maxwell war der Sohn eines wissenschaftlich gebildeten schottischen Gutsbesitzers. Bereits als fünfzehnjähriger Schüler legte er der Edinburgher Royal Society seine erste wissenschaftliche Arbeit „Über das mechanische Zeichnen von Ovalen“ vor. Sein Studium der Mathematik und Physik begann Maxwell 1847 an der Universität Edinburgh. Nach Fortsetzung des Studiums in Cambridge schloss er an der dortigen Universität seine Ausbildung 1854 mit dem akademischen Grad eines Bakkalaureus ab. Die nächsten beiden Jahre lebte Maxwell als Privatgelehrter auf dem väterlichen Gut, um sich ausführlich mit den Arbeiten des Physikers Michael Faraday (1791 - 1872) befassen zu können. Dem schloss sich von 1856 bis 1860 eine Professur an einer kleinen Hochschule in Aberdeen an. Danach folgte er 1860 einer Berufung nach London an das King´s College, um dort eine Hochschullehrertätigkeit als Professor für Physik und Astronomie aufzunehmen. Noch im gleichen Jahr veröffentlichte Maxwell seine erste Arbeit auf dem Gebiet des Elektromagnetismus sowie einige Artikel über physiologische Optik. Für seine bis zu diesem Zeitpunkt geleisteten Forschungen verlieh ihm, ebenfalls noch 1860, die Londoner Royal Society die Rumford-Medaille.
Die Jahre in London zählen zur wissenschaftlich fruchtbarsten Zeit in Maxwells Leben. In dieser Zeit arbeitete er theoretisch und experimentell auf zwei Gebieten: der physikalischen Farbenlehre und der mechanischen Wärmetheorie. Eine schwere Erkrankung zwang ihn, 1865 seine wissenschaftliche Arbeit für die nächsten Jahre zu unterbrechen. Kaum genesen, schrieb er sein berühmtes Werk „Abhandlung über Elektrizität und Magnetismus“, entwarf ein mechanisches Modell des elektrischen Feldes und lieferte in seiner Arbeit „Dynamische Theorie des elektromagnetischen Feldes“ eine vollständige mathematische Formulierung (Maxwellsche Gleichungen), die auch die elektromagnetische Lichttheorie umfasste. Damit waren die theoretischen Voraussetzungen für die fast 25 Jahre später gelungene Entdeckung der elektromagnetischen Wellen im Jahre 1886 durch Heinrich Hertz (1857 - 1894) geschaffen.
Im Zuge der Industrialisierung wurde für die Universität Cambridge der Aufbau eines Laboratoriums dringend notwendig. Für diese Aufgabe wählte man 1871 Maxwell, der einer Berufung in diese Universitäts-stadt als Professor für Experimentalphysik gefolgt war. Unter seiner Leitung entstand dort das später weltberühmte Cavendish-Laboratorium (benannt nach dem englischen Physiker und Chemiker Henry Cavendish, 1731 - 1810).