Vor 75 Jahren starb am 18. Oktober 1931 in West Orange (New Jersey/ USA) der US-amerikanische Techniker Thomas Alva Edison. Er wurde am 11. Februar 1847 in Milan (Ohio/ USA) geboren.
Das erste seiner etwa 1 300 Patente erhielt Edison bereits als Einundzwanzigjähriger.
Edisons Eltern lebten in sehr bescheidenen Verhältnissen. Ihr Sohn ging nur drei Monate zur Schule. Seine weitere Bildung vermittelte ihm seine Mutter. Das erforderliche geistige Rüstzeug für seine vielen Erfindungen erwarb sich Edison als Autodidakt.
Anfangsmusste er im Alter von zwölf Jahren mit dem Verkauf von Zeitungen in den Zügen der nordamerikanischen Fernstrecken zwischen Kanada und Zentralmichigan selbst für seinen Lebensunterhalt sorgen. Um seine Einnahmen zu erhöhen, richtete er sich im Packwagen eine kleine Druckerei ein. Diese Einrichtung diente ihm zur Herausgabe und zum Verkauf einer eigenen „Zeitung“, bis ein Ereignis seine weitere Entwicklung entscheidend beeinflusste.
Dem fünfzehnjährigen „Druckereibesitzer“ gelang es, das Kind eines Telegrafenbeamten vor dem Überfahrenwerden zu retten. Aus Dankbarkeit unterrichtete ihn der Vater des Kindes in der Telegrafie und sorgte für seine Anstellung im New Yorker Telegrafenamt. Dort arbeitete Edison für eine kurze Zeit als Telegrafist. Bald richtete er sich im Menlo-Park bei New York City ein großes Laboratorium ein. In diesem Laboratorium experimentierte Edison insbesondere mit elektrischen und telegrafischen Geräten.
Bereits 1868 bekam er auf eine Abstimmungsmaschine für das Parlament sein erstes Patent erteilt. Noch im gleichen Jahr erfand er eine Methode, um auf einer Leitung im gleichen Augenblick in beiden Richtungen telegrafieren zu können. Diese Methode entsprach einer Duplex-Telegrafie. Eine von ihm dafür entworfene Schaltung ermöglichte es, über eine Leitung vier Telegramme gleichzeitig zu übertragen. In Ergänzung zu seinem Vielfachtelegrafen entwickelte er ein Telegrafenrelais und seinen „autographischen Telegraph“ als Vorläufer der Bildtelegrafie.
Um 1878 entwickelte Edison, zur gleichen Zeit wie der englische Techniker David Edward Hughes (1831 - 1900), ein jahrzehntelang in vielen Telefonapparaten benutztes Kohlemikrofon und verbesserte das Telefon des US-amerikanischen Technikers Alexander Graham Bell (1847 - 1922).
„Zum erfolgreichen Erfinder gehören ein Prozent Inspiration und neunundneunzig Prozent Transpiration“war Edisons Meinung. Nach diesem Grundsatz gelangen ihm sowohl neuartige Erfindungen wie der zunächst als Diktiergerät gedachte Phonograph im Jahre 1878 oder die Schmelzdrahtsicherung als auch die produktionsreife Verbesserung von Vorleistungen anderer Erfinder. Das waren beispielsweise die Glühlampe von Heinrich Goebel (1818 - 1893), die Dynamomaschine vonWerner von Siemens (1816 - 1892), Kinoaufnahme- und Vorführapparate von Ottomar Anschütz (1846 - 1907) oder auf dem Bleiakkumulator von Gaston Raimond Plant? (1834 - 1889) aufbauend der Nickel-Eisen-Akkumulator, den Edison 1901 nach rund 10 000 Versuchen erfand.
Edison war ein vorrangig auf die gewinnbringende Anwendung von Erfindungen bedachter Techniker. Seine einzige wissenschaftliche Entdeckung ist der nach ihm benannte „Edison-Effekt“ (Aussendung von Elektronen aus einem glühenden Draht im Vakuum), der zur Entwicklung der Elektronenröhre führte.
Der außerordentlich produktive Erfinder verstand sein organisato-risches Talent aber auch bei der Planung und dem Aufbau vonElektrizitätswerken kommerziell zu nutzen, als er 1882 in New York die erste größere Elektrizitätszentrale der Welt einrichtete oder als 1883 in Berlin die „Deutsche Edison-Gesellschaft für angewandte Elektricität“ (1887 in die „Allgemeine Elektricitäts-Gesellschaft“AEG umgebildet) gegründet wurde.
Allein in den letzten fünfundzwanzig Jahren seines Lebens erhielt Edison 711 Patente.