Vor 175 Jahren starb am 10. Dezember 1831 in Berlin der deutsche Physiker Thomas Johann Seebeck. Er wurde am 9. April 1770 in Reval (Tallinn/ Estland) geboren.
Seebeck legte im Jahre 1821/22 eine Wismutscheibe auf eine Kupferscheibe. Beide Scheiben legte er zwischen die Enden eines „Multiplikatordrahtes“, also einer Leiterspule. Dabei stellte er fest, dass immer dann, wenn er mit der Hand die Scheiben berührte, eine Magnetnadel in der Spule leicht ausschlug. Seebeck erkannte, dass die Wärme seiner Hand die auslösende Energie der „magnetischen Wirkungen“ war. Diese Feststellung machte ihn zum Entdecker der Thermo-Elektrizität, die er „Thermomagnetismus“ nannte.
Als Sohn eines wohlhabenden deutsch-baltischen Kaufmanns geborenbesuchte Seebeck das Gymnasium in Reval (Tallinn). Zwecks Aufnahme seines Studiums begab er sich nach Deutschland,um an den Universitäten Berlin und Göttingen Medizin zu studieren.
Nach seiner Promotion im Jahre 1802 an der Göttinger Universität siedelte er nach Jena über, wo er bis 1810 anfangs als Mediziner und dann als Privatgelehrter wirkte. Während der Zeit in Jena war er mit solch bedeutenden Persönlichkeiten wie Georg Wilhelm Friedrich Hegel (1770 - 1831) und Johann Wolfgang von Goethe (1749 - 1832) befreundet. Interessiert an Goethes Farbenlehre beriet er den Dichterfürsten bei dessen optischen Studien. Nach einem vorüber-gehenden Aufenthalt von 1810 bis 1812 in Bayreuth und danach in Nürnberg ließ sich Seebeck ab 1818 in Berlin nieder, wo er im selben Jahr in die Preußische Akademie der Wissenschaften und in die Deutsche Akademie der Naturforscher Leopoldina aufgenommen wurde.
Seine ersten optischen Forschungen hatte Seebeck 1806 in Jena begonnen; in Jena gelang ihm 1808 die Darstellung von Kaliumamalgam. Als er im gleichen Jahr die Farbempfindlichkeit von feuchtem Silbersalz entdeckte, war das die Vorstufe der über 100 Jahre später entstehenden Farbfotografie. Dem folgten 1810 Beobachtungen des Magnetismus von Cobalt und Nickel.
Bei weiteren in Berlin durchgeführten Untersuchungen stellte Seebeck 1818 fest, dass organische Stoffe wie Rohrzucker, Weinsäure und Terpentinöl die Polarisationsebene des Lichtes drehen.
Eine seiner bedeutsamsten Entdeckungen von 1822 ist der nach ihm benannte thermoelektrische Effekt, der Seebeck-Effekt, der sich für die Experimentalphysik und heutige Technologien als außerordentlich wichtig erwies. Mit der von ihm 1823 aufgestellten thermo-elektrischen Spannungsreihe erlangte Seebeck weiteren wissen-schaftlichen Ruhm.