Ein US-amerikanischer Computer-Industrieller (1874 - 1956)
Zum Gedenken an seinen 50. Todestag
Vor 50 Jahren starb am 19. Juni 1956 in New York City der US-amerikanische Computer-Industrielle Thomas John Watson. Er wurde am 17. Februar 1874 in Campbell (Bundesstaat New York/ USA) geboren.
Der durch die Erfindung der Lochkartenmaschine bekannt gewordene Hermann Hollerith (1860 - 1929) hatte mit der Wahl Watsons als Geschäftspartner eine geschäftlich vorteilhafte Entscheidung getroffen - schuf doch Watson um 1925 gemeinsam mit Hollerith die entscheidenden Voraussetzungen für die Gründung der International Business Machines Corporation (IBM), die sich später zu einem der weltgrößten Hersteller von elektrischen Büromaschinen- und von Computertechnik entwickelte.
Als Sohn eines Bauholzhändlers geboren erhielt Watson von 1890 bis 1893 eine kaufmännische Ausbildung an der Addison Academy in Campbell und in Elmira an der School of Commerce. Danacharbeitete Watson für einige Monate in Campbell als Verkäufer in einem Einzelhandelsgeschäft. Im Jahre 1895 wechselte er nach Dayton (Ohio) über, wo er bei der National Cash Register Company eine Tätigkeit aufnahm. Zunächst als Verkäufer eingestellt, hatte er sich im Jahre 1900 bereits zum Geschäftsführer hochgearbeitet.
Infolge Misshelligkeiten mit der Leitung der NationalenRegistrierkassen-Gesellschaft verließ Watson 1913 diesen Betrieb und übernahm von 1914bis 1924 das Amt des Präsidenten bei der von Hollerith 1911 durch Zusammenschluss zweier Firmen gegründeten Computing-Tabulating-Recording Company (CTR). Mit den 1914 bei der CTR arbeitenden 235 Beschäftigten stellte dieser Betrieb vorrangig elektrische Lochkartenanlagen und andere Büromaschinen her. Gemeinsam mit Hollerith bildete Watson im Jahre 1924 die CTR in die
International Business Machine Corporationum und übernahm die Präsidentschaft der IBM, die er bis 1952 innehatte. Zugleich übte er von 1949 bis zu seinem Tode das Amt des Aufsichtsratsvorsitzenden der IBM aus. Im Jahre 1952 übertrug Thomas John Watson die von ihm 28 Jahre lang ausgeübte Präsidentschaft der IBM auf seinen Sohn Thomas Watson (1914 - 1993).
Einerseits verstand es Watson Senior, in seiner Stellung als außergewöhnlich erfolgreicher Geschäftsmann und Organisator einen hoch motivierten, gut ausgebildeten und gut bezahlten Mitarbeiter-kreis zu schaffen; andererseits kontrollierte er in persönlichen Gesprächen genauestens die Leistungsbereitschaft seiner Angestellten, von denen er sogar die Einhaltung einer bestimmten Kleiderordnung verlangte. In den Büros galt sein berühmtes Schlagwort „Denken“, das wie ein Befehl zu beachten war. In Verbindung mit einem energisch durchgesetzten Forschungs- und Entwicklungsprogramm erreichte die IBM mit diesen Anstrengungen bald einen führenden Platz auf dem Weltmarkt.
Watson Senior intensiv betriebenes Vorgehen auf dem Weltmarkt führte von Anfang der 30er bis gegen Ende der 40er Jahre des zwanzigsten Jahrhunderts zu einer weltweiten Monopolstellung der IBM in der Büromaschinenindustrie. Watson war bekannt für sein Bemühen um die Förderung der Künste und um die Erhaltung des Weltfriedens. Als Watson starb, war die Anzahl der in den weltweit 200 Betrieben der IBM Beschäftigten auf 60.000 angewachsen.