Vor 50 Jahren starb am 31. Januar 1957 in Ahrweiler (bei Düsseldorf) der Techniker Christian Hülsmeyer. Er wurde am 25. Dezember 1881 in Eydelstadt (bei Bremen) geboren. Nur unter großen Entbehrungen konnte der als Zimmermann mühsam für den Familienunterhalt sorgende Vater Hülsmeyers erreichen, dass sein Sohn Christian nach Besuch der Volksschule im Jahre 1896 am Lehrer-seminar in Bremen aufgenommen wurde. Hier hatte Christian Gelegenheit, im Laboratorium des Seminars physikalische Experimente mit elektromagnetischen Wellen durchzuführen, die kurz zuvor von dem deutschen Physiker Heinrich Hertz (1857 - 1894) im Jahre 1888 erstmals nachgewiesen worden waren. Ähnlich wie sein berühmter Vorgänger fasste der Sechzehnjährige den Gedanken, die Reflexion der Hertzschen Wellen zur Ortung metallischer Gegenstände zu verwenden. Um später seine Idee verwirklichen zu können, verließ Hülsmeyer 1897 das Lehrerseminar und nahm eine Lehrstelle im Bremer Werk von Siemens & Schuckert an. Fünf Jahre später ging Hülsmeyer nach Düsseldorf, wo er sich ab 1902 intensiv der Verwirklichung seiner Idee widmete. Zunächst führte er am Rheinufer seine ersten Reflexionsversuche mit elektrischen Wellen an vorbeifahrenden Schiffen durch. Zwar waren seine Geräte noch recht primitiv, aber die damit erreichten Ergebnisse gelangen so erfolgreich, dass er bald einen Geldgeber für seine nächsten Konstruktionen und Versuche fand. Endlich erhielt Hülsmeyer am 30. April 1904 für sein „Telemobiloskop“ das Reichspatent Nr. 165 546. Dieses Gerät kann als Vorläufer der heutigen Radartechnik gelten. Im Gegensatz zur damaligen drahtlosen Telegrafie, die mit langen Wellen arbeitete, benutzte Hülsmeyer für seine Versuche Kurzwellen im Dezimeter-Bereich. Bei seinem am 18. Mai 1904 in Köln auf der Hohenzollernbrücke öffentlich vorgeführten Reflexionsversuch überbrückte er anfangs zwar nur einige hundert Meter, doch mehrere Monate später konnte er in Rotterdam mit verbesserten Geräten bereits eine Entfernung von 3000 Metern erreichen. Daraufhin erhielt Hülsmeyer 1904 ein Zusatzpatent für die Entfernungsmessung auf elektrischem Wege. Einerseits wurde die große Bedeutung von Hülsmeyers Erfindung damals nicht erkannt, andererseits fehlten noch eine Reihe leistungsfähiger Bauelemente, so dass das „Telemobiloskop“ vorläufig nicht zum praktischen Einsatz gelangte und die eigentliche Entwicklung des Radars erst rund dreißig Jahre später einsetzte. Enttäuscht wandte sich Hülsmeyer anderen technischen Gebieten zu und gründete in Düsseldorf eine Fabrik für Rostschutzfilter.