Vor 75 Jahren starb am 14. März 1932 in Offenburg der Elektroingenieur Friedrich August Haselwander. Er wurde am 18. Oktober 1859 in Offenburg (Südbaden) geboren. Der als Sohn eines Eisenbahnbeamten geborene Haselwander begann im Jahre 1879 sein Studium am Polytechnikum in Karlsruhe. Weitere Studien der Naturwissenschaften und der Technik absolvierte er an den Universitäten Straßburg und München. Als junger Elektroingenieur richtete er sich im Anschluss an seine Studienzeit in Offenburg eine kleine elektrotechnische Werkstatt ein. Zunächst baute er eine Anzahl elektrischer Anlagen in der Schwarzwaldgegend. Die dabei gesammelten praktischen Erfahrungen wertete er sogleich aus und erarbeitete die theoretischen Grundlagen für ein verkettetes Drehstrom-Übertragungssystem, welches die erforderlichen Generatoren, Transformatoren und Motoren umfasste. Bereits 1887 nahm Haselwander in Offenburg erstmals eine kleine Drehstromanlage in Betrieb, wobei er verketteten Drehstrom benutzte. Daraufhin reichte er ein Jahr später eine Patentanmeldung ein. Diese Anmeldung von 1888 wurde zurückgewiesen. Erst die erneute Patent-anmeldung wurde anerkannt. Für die anfangs vorrangig auf Gleichstromtechnik eingestellte Allgemeine Elektrizitätsgesellschaft (AEG) drohten die in der deutschen Firma Lahmeyer produzierten Haselwanderschen Drehstrom-maschinen sehr bald eine gefährliche Konkurrenz zu werden. Unter dem Vorwand, Haselwanders Patentanwalt wären Versäumnisse unterlaufen, setzte die AEG mit Hilfe ihrer Anwälte geschickt eine Streichung der Haselwanderschen Patente durch. Zu allem Unglück trat nun auch noch die Deutsche Reichspost in Erscheinung - auf ihr Verlangen musste 1890 die Offenburger Anlage stillgelegt werden. Erfolgreicher war erst im darauffolgenden Jahr der deutsche Elektroingenieur Oskar von Miller (1855 - 1934), als er mit seiner 1891 durchgeführten Drehstrom-Fernübertragung eine Strecke von 176 Kilometern über-brückte. Haselwander gab den ungleichen Kampf auf und konstruierte ab 1890 in seiner Werkstatt Verbrennungskraftmaschinen. Diese Maschinen brachten ihm jedoch ebenfalls keinen materiellen Erfolg. Obwohl Friedrich August Haselwander schon in seiner Patentschrift die Verkettung von Drehstrom angegeben hatte, wurde deren weitreichende Bedeutung weder von ihm noch von manch anderen Technikern seiner Zeit erkannt. Unabhängig davon zählt Haselwander aber zu den Pionieren, denen die Einführung der Drehstromtechnik zu verdanken ist.