Ein französischer Hochfrequenztechniker (1868 - 1932)
Zum Gedenken an seinen 75. Todestag
Vor 75 Jahren starb am 16. Februar 1932 in Paris der Hochfrequenztechniker Gustave-Auguste Ferri?. Er wurde am 10. November 1868 in Saint-Michel-de-Maurienne (Savoyen/ Frankreich) geboren. Militärische Traditionen seiner Familie bestimmten für Ferri? die eingeschlagene Laufbahn als Genieoffizier. Nach seiner ingenieur-technischen Ausbildung diente er von 1893 an als Telegrafieoffizier in Mont-Val?rien. Das besondere Interesse Ferri?s galt den funktechnischen Experi-menten Guglielmo Marconis (1874 - 1937). Bis 1899 hatte er diese Experimente derart vervollkommnet, dass ihm eine drahtlose tele-grafische Überbrückung des Ärmelkanals zwischen Boulogne und Folkestone gelang. Für seine funktechnischen Forschungen entwickelte er einen Elektrolytdetektor und benutzte als einer der ersten Funk-pioniere den einstellbaren Schwingkreis. Im Auftrage des französischen Kolonialministeriums richtete Ferri? 1902 eine drahtlose Verbindung zwischen Frankreich und der karibischen Insel Martinique ein und konstruierte einen Bildtelegrafen für Seekabelübertragungen. Um 1904 leisteten die von ihm entwickelten Sender und Empfänger der französischen Kolonialarmee bei den Kämpfen in Nordafrika eine willkommene Hilfe. Bereits um die Jahrhundertwende verlangte die stürmische Entwicklung auf allen Gebieten nach der Einführung eines auf der gesamten Erde zu empfangenden Weltzeitsignals. Für die technische Realisierung sorgte Ferri?, nachdem er 1903 am Eiffelturm einen Funktelegrafie-sender errichtet hatte, dessen Reichweite er bis 1908 von anfangs 400 Kilometern auf 6000 Kilometer steigerte. Mit dem nach der Koinzidenzmethode arbeitenden Eiffelturmsender wurde vom 1. Mai 1911 an das Zeitzeichen für Europa gesendet. Im Jahre 1914 zum Direktor der militärischen Funktelegrafie ernannt und später zum General befördert, entwickelte Ferri? in seinem Labor am Fuße des Eiffelturmes nunmehr Funkgeräte mit leistungsstarken Trioden, die sich beim Fronteinsatz während des Ersten Weltkrieges bewährten und daher oftmals das Ziel deutscher Stoßtruppunternehmen waren. Um 1920 beschäftigte sich Ferri? mit Radar-Experimenten und entwickelte zwei Jahre später eine verbesserte Fotozelle.