Vor 50 Jahren starb 1957 der Philatelist Jean de Sperati. Er wurde am am 14. Oktober 1884 in Pistoia geboren. Aus kleinbürgelich-wohlhabenden Familienverhältnissen stammend nutzte der in der toskanischen Provinzhauptstadt Pistoia geborene Sperati seine spätere fotografische Ausbildung und die im grafischen Gewerbe erworbenen Kenntnisse und Fertigkeiten sehr bald dazu aus, mit Hilfe seines älteren Bruders erfolgreich einige seltene Brief-marken von San Marino zu kopieren. Bereits diese ersten Kopien fielen so täuschend echt aus, dass selbst ein Experte sie nicht als Fälschung erkannte. Noch vor 1930 ging Sperati nach Frankreich, um in La Terasse eine Papiermühle zu betreiben. Der von ihm erhoffte Erfolg blieb jedoch aus, so dass er schließlich nach dem süd-französischen Ort Aix-les-Bains am Lac Bourget umzog. Dort richtete er sich jenes „Atelier“ als Fälscherwerkstatt ein, in welchem er von nun an seinem „philatelistischen Kunsthandwerk“ nachging. Innerhalb von rund 20 Jahren ahmte Sperati - nach seinen eigenen Angaben später vor Gericht - mehr als zweihundert gesuchte Raritäten aus über 50 Ländern nach. Nur durch einen Zufall wurden im Februar 1942 die Machenschaften Speratis durch französische Zollbeamte aufgedeckt. Diese anfängliche „Zollaffäre“ wurde sechs Jahre lang von französi-schen Gerichten untersucht und endete 1948 in einem der spektakulär-sten Fälscherprozesse der Philatelie. Wegen seiner betrügerischen Machenschaften wurde Sperati zu einem Jahr Gefängnis, einer Geldstrafe von 10 000 Francs und einer Sühnezahlung von 300 000 Francs, zahlbar an die Vereinigung der französischen Briefmarken-händler als Nebenkläger, verurteilt. Danach verkaufte Sperati für 10 Millionen Francs seine nunmehr durch einen Stempelaufdruck als Faksimiles markierten Restbestände an „Kunstmarken“ sowie seine gesamte Werkstatteinrichtung an den britischen Philatelistenverband.