Vor 150 Jahren starb am 6. September 1857 in Halle (Saale) der Naturwissenschaftler Johann Salomo Christoph Schweigger. Er wurde am 8. April 1779 in Erlangen geboren. Sein Vater lehrte als Theologieprofessor. Schweigger Junior studierte an der Universität Halle (Saale) Philologie, Theologie und Naturwissenschaften. Den Abschluss seiner Studien bildete im Jahre 1800 die Promotion zum Dr. phil. Der sprachbegabte Schweigger wandte sich während seines Studiums verstärkt der Mathematik und Physik zu. Zwischenstationen bis zum Beginn seiner Hochschultätigkeit ab 1817 an der Universität Erlangen waren das Bayreuther Gymnasium und die Nürnberger Höhere Realschule. Einige Jahre vor dem Antritt seines Hochschullehreramtes in Erlangen hatte Schweigger im Jahre 1811 die Herausgabe des „Neuen Journals für Chemie und Physik“ übernommen, womit er erstmals als Wissenschaftsorganisator an die Öffentlichkeit trat. Von entscheidendem Einfluss auf Schweiggers weitere Forschungsarbeit war seine Berufung an die Universität in Halle (Saale) im Jahre 1819. Hier wandte er sich dem Gebiet des Elektromagnetismus zu. Angeregt von den Mitteilungen des dänischen Physikers Hans Christian Oersted (1777 - 1851), der 1820 über die Entdeckung des magnetischen Feldes des elektrischen Stromes berichtet hatte, gelang Schweigger im Jahre 1821 die Erfindung des „Multiplikators“. Um eine Magnetnadel zum Ausschlagen zu bringen, benutzte er statt eines einzelnen Drahtringes eine Spule, so dass Schweigger mit seinem „Multiplikator“ erstmals auch geringe elektrische Ströme messen konnte. In Halle (Saale) gründete Schweigger 1829 ein Pharmazeutisch-Chemisches Lehrinstitut. Schweigger war einer der wichtigsten Mitbegründer der „Versammlung Deutscher Naturforscher und Ärzte“, die 1823 als ihren zweiten Tagungsort Halle (Saale) wählten. Durch die Förderung anderer Wissenschaftler, wie beispielsweise der Gebrüder Weber, erwarb sich Schweigger ein hohes Ansehen in der Fachwelt.