Vor 100 Jahren starb am 18. August 1907 in Glasgow der Physiker John Kerr. Er wurde am 17. Dezember 1824 in Ardrossan (bei Glasgow) geboren. Der von Kerr entdeckte und nach ihm benannte physikalische Effekt einer optischen Doppelbrechung durch ein elektrisches Feld kann ausgenutzt werden, um trägheitslos Spannungs- oder Stromschwankungen in Helligkeitsänderungen zu verwandeln. Die Kerr-Zelle, die besonders August Karolus (1893 - 1972) verbesserte, wurde in den Anfangsjahren der Fernsehtechnik benutzt. Auch bei Messungen der Lichtgeschwindigkeit wurde die Kerr-Zelle ein wichtiges Bauelement. Sein Studium der Physik absolvierte Kerr an der Universität Glasgow, an der er den akademischen Grad eines Magisters der Geisteswissen-schaften und den Grad eines Doktors der Logik und Sprachwissenschaft erwarb. Von 1857 bis 1901 lehrte Kerr als Hochschullehrer für Mathematik am Free Church Technical College in Glasgow. Er entdeckte 1875 den elektrooptischen Effekt, einer Doppelbrechung durch ein elektrisches Feld, nach seinem Entdecker als Kerr-Effekt bezeichnet, und 1876 den magnetooptischen Effekt, einer Doppelbrechung durch die Reflexion von den polierten Polen eines Elektromagneten, wodurch ein wechsel-haftes polarisiertes Licht entsteht. Seit 1890 war Kerr Mitglied der Londoner Royal Society. Für seine Arbeiten erhielt er 1898 die Royal Medal. Kerr ist der Autor einer Reihe wissenschaftlicher Beiträge in Zeitschriften, in denen er sich mit elektrooptischen Themen beschäftigte. Er ist der Autor von: „Elementary Treatise on Rational Mechanics“ (1867).