Ein österreichischer Mathematiker und Physiker (1807 - 1891)
Zum Gedenken an seinen 200. Geburtstag
Vor 200 Jahren wurde am 6. Januar 1807 in Scepes-B?la (Ungarn; Spisska B?la/ Slowakei) der Mathematiker und Physiker Josef Maximilian Petzval geboren. Sein Vater verdiente sich in einigen damals ungarischen Orten den Unterhalt als Volksschullehrer, Organist und Chorleiter. Petzval Junior nahm 1826 ein Ingenieurstudium an der Universität Budapest auf. Nach Abschluss seines Studiums arbeitete er ab 1828 einige Jahre im Dienste der Stadt Budapest an Kanalprojekten zur Absiche-rung der durch die Donau auftretenden Hochwassergefahr. Im Anschluss an seine Promotion trat er in den Hochschuldienst und lehrte seit 1832 an der Budapester Universität Mathematik, Mechanik und Geometrie. Von 1837 bis 1877 lehrte Petzval als Mathematik-Professor an der Wiener Universität. Seine Forschungsgebiete umfassten zusätzlich zur Differenzialrechnung optische und akustische Bereiche. Petzvals wichtigste wissenschaftliche Leistung ist die erste Berechnung eines fotografischen Objektivs, wodurch die bis zu jenem Zeitpunkt übliche empirische Entwicklung abgelöst wurde. Das 1839 von Petzval berechnete lichtstarke sphärisch korrigierte Objektiv mit seiner im Vergleich zu anderen Objektiven 16 Mal höheren Lichtstärke ermöglichte eine kürzere Belichtungszeit bei Porträt-aufnahmen. Nach einigen Verbesserungen des Petzvalschen Objektivs durch den Wiener Optiker Friedrich Voigtländer (1812 - 1878) wurde es auf Anregung militärischer Kreise für Fernrohre eingesetzt und gelangte ab 1843 von Voigtländer zum Verkauf. Mit unterschiedlichen Brennweiten und Größen hergestellt war das „Petzval-Objektiv“ aufgrund seiner Lichtstärke und Mittelschärfe während nahezu 25 Jahren das weltweit meistverwendete Objektiv. Josef Maximilian Petzval starb am 17. September 1891 in Wien.