Vor 125 Jahren wurde am 5. Juli 1882 in Hermannsacker (Harz) der Hochfrequenztechniker Max Dieckmann geboren. Als Sohn eines Landwirts zur Welt gekommen besuchte Dieckmann während seiner Gymnasialzeit In Leipzig die Thomas-Schule. Das sich anschließende Studium der Physik absolvierte er an den Universitäten von Göttingen, Leipzig und Straßburg. An der Technischen Hochschule München schloss der dreiundzwanzigjährige Dieckmann seine wissenschaftliche Ausbildung ab. Dieckmann überlegte, ähnlich wie Boris Lwowitsch Rosing (1869 - 1933) ein Jahr später in Russland, wie man die Eigenschaften der 1897 von Karl Ferdinand Braun (1850 - 1918) erfundenen Elektronenstrahlröhre für die elektrische Übertragung von Fernseh- bildern nutzen könnte. Bereits im Jahre 1906 gelang es Dieckmann, auf dem Leuchtschirm einer Braunschen Röhre mit einem lenkbaren Elektronenstrahl erstmals ein grobes 20-Zeilen-Bild in Form von stehenden Schriftzügen und einfachen Skizzen zu „schreiben“. Als Bildgeber benutzte er eine abgewandelte Nipkowscheibe. Anstelle der Löcher enthielt diese Scheibe spiralförmig angeordnete Drahtbürsten, mit denen Metallschablonen abgetastet wurden. Die mit seinen Fernsehversuchen erreichten Erfolge ermöglichten Dieckmann, mit privaten Mitteln im Jahre 1908 die „Drahtlos-tele-grafische und luftelektrische Versuchsstation“ in Gräfelfing zu gründen. Seine ein Jahr danach aufgenommenen Versuche galten der Erforschung der atmosphärischen Elektrizität, der Lösung von Problemen des Bildfunks, der Flugfunktechnik und der Flugnavigation. Von besonderer Bedeutung für die Fernsehtechnik war die 1925 von Dieckmann in Zusammenarbeit mit Rudolf Hell (1901 - 2002) ent-wickelte Bildzerlegerröhre. Im Jahre 1936 folgte Dieckmann dem Ruf als Professor an die Technische Hochschule München, wo er die Leitung des Institutes für Radiotechnik übernahm. Schon nach einem Jahr wurde er zum wissen-schaftlichen Leiter des für die Deutsche Luftwaffe in kurzer Zeit aufgebauten Flugforschungsinstitutes Oberpfaffenhofen berufen. Nach seiner Emeritierung im Jahre 1947 verbrachte er seine weiteren Lebensjahre in Gräfelfing. Max Dieckmann starb am 28. Juli 1960 in Gräfelfing (Bayern).