Vor 75 Jahren starb am 22. Juli 1932 in in Hamilton auf einer der Bermuda-Inseln der Funktechniker Reginald Aubrey Fessenden. Er wurde am 6. Oktober 1866 in East Bolton (Quebec/ Kanada) geboren. Kurz nachdem sich seine Eltern aus den USA kommend in Kanada angesiedelt hatten kam ihr Sohn Reginald Aubrey zur Welt. Seine Ausbildung erhielt Fessenden in den USA am Bishop´s College (Massachusetts). Die Technik interessierte ihn aber stärker als der Schuldienst, in den er 1884 eingetreten war. Fessenden wechselte daher 1886 nach New York City über, um dort eine Arbeit in den Edison Machines Works aufzunehmen. Bereits im nachfolgenden Jahr stellte ihn der US-amerikanische Erfinder Thomas Alva Edison (1847 - 1931) im Laboratorium von West Orange (New Jersey) als leitenden Chemiker ein.
Nachdem Fessenden im Jahre 1892 eine Berufung als Professor an die Western University in Philadelphia (Pennsylvania) erhalten hatte trat er in den Hochschuldienst über. Von nun an wandte er sich der Erforschung von Fragen der drahtlosen Nachrichtentechnik zu. Zwar zeitgleich aber unabhängig von dem deutschen Physiker Wilhelm Schloemilch (1870 - 1939) erfand Fessenden 1902 einen Elektrolyt-Detektor für den Nachweis elektromagnetischer Wellen. Ein Jahr zuvor war ihm auf die Erfindung einer verbesserten Hoch-frequenzmaschine zur Erzeugung ungedämpfter Funksignale ein Patent erteilt worden. Nach einigen weiteren Verbesserungen seiner Konstruktionsvorschläge baute Fessenden gemeinsam mit dem schwedischen Funktechniker Ernst Frederik Werner Alexanderson (1879 - 1975) im Jahre 1905 eine 81-kHz-Hochfrequenzmaschine mit 1-kW Sendeleistung. Mit dieser Hochfrequenzmaschine richteten Fessenden und Alexanderson auf Brant Rock (Massachusetts/ USA) eine Sendestation ein, von der sie am Weihnachtsabend des Jahres 1906 versuchsweise die erste Rundfunkübertragung mit Sprache und Musik über eine Entfernung von 320 Kilometern sendeten. Bereits 1907 stellte Fessenden dann die erste transatlantische Sprechfunkverbindung zwischen Brant Rock und Schottland her. Nachdem in den USA 1913 die Großproduktion von Elektronenröhren begonnen hatte konnte Fessenden eine vereinfachte Überlagerungsempfängerschaltung konstruieren. Diese zur Superheterodyneschaltung weiterentwickelte Erfindung erwies sich den anfänglichen Geradeausempfängerschaltungen gegenüber als weitaus überlegen. Auf seine funktechnischen Erfindungen erhielt Fessenden einige hundert Patente. Mit seinen Erfindungen trug er dazu bei, dass in den USA im Jahre 1920 der öffentliche Rundfunk eingeführt werden konnte. Zur Zeit des Ersten Weltkrieges entwickelte Fessenden zur Sicherung der amerikanischen Geleitzüge vor deutschen U-Boot-Angriffen ein Unterwasser-Schallwellenortungsgerät (Sonargerät).
Seine letzten Lebensjahre verbrachte Reginald Aubrey Fessenden in North Newton (Massachusetts).