Ein schwedischer Postorganisator (1583 - 1654) Zum Gedenken an seinen 425. Geburtstag
Vor 425 Jahren wurde am 26. Juni 1583 in Fanö (Uppland) der Postorganisator Axel Gustafsson Graf von Oxenstierna geboren. Als das später berühmteste Mitglied eines ehemals in Svealand ansässigen alten schwedischen Adelsgeschlechtes studierte Oxenstierna in Deutschland. Sein Studium des Staatsrechtes und der Theologie, welches er an den Universitäten in Rostock, Wittenberg und Jena absolvierte, sollte ihm den Weg zum später mächtigsten Mann Schwedens ebnen. Seit 1606 im diplomatischen Dienst stehend wirkte Oxenstierna als Mitglied des Reichsrates und ab 1612 als Reichskanzler am Zustandekommen wichtiger Friedensabschlüsse mit Dänemark, Polen und einigen deutschen Fürsten mit. Bereits 1620 organisierte Oxenstierna einen regelmäßigen Postkurs von Stockholm über die schwedische Grenzpoststation Markaryd durch Dänemark bis zu dem schwedischen Postamt in Hamburg. Da dieser Postkurs nur rein staatlichen Interessen diente war die Mitbe-förderung privater Briefsachen strengstens verboten. Auf dem ge- nannten Postkurs gab es nur einen Kurierwechsel, der anfangs in Markaryd und nach dem Erwerb von Schonen ab 1658 in der Grenzpoststation Helsingör erfolgte. Für Gustav II. Adolf (1594 - 1632; von 1611 bis 1632 König von Schweden) war nach seiner Landung auf der Insel Usedom im Juli 1630 dieser Nachrichtenweg sehr wichtig. Während seines Eingreifens in den 30-jährigen Krieg auf deutschem Boden konnte der schwedische König über diesen Weg von seinen in Europa für ihn arbeitenden Agenten regelmäßig das Neueste erfahren. Im Auftrage seines Königs baute Oxenstierna in Deutschland die schwedische Feldpost auf, die mit eigenen Postämtern und Postmeistern arbeitete. So unterstand beispielsweise das schwedische Postamt in Leipzig von 1631 bis 1637 dem Feldpostmeister Andreas Wechel, der von Oxenstierna am 20. Februar 1636 zum Generalpostmeister der gesamten schwedischen Post ernannt wurde. Nach dem Tode Gustav II. Adolf, der am 16. November 1632 in der Schlacht bei Lützen gefallen war, folgte ihm seine Tochter Christina (1626 - 1689; von 1632 bis 1654 Königin von Schweden) auf den Thron. Für die noch unmündige sechsjährige Christina führte Oxenstierna die Regierungsgeschäfte weiter. Während dieser Zeit wurde aufgrund sei-ner Bemühungen im Jahre 1636 der staatlich organisierte öffentliche Postdienst in Schweden begründet. Als Boten für diesen Postdienst waren die Bauern verpflichtet, die längs der Postkurse lebten. Das Entgelt der „Postbauern“ bestand lediglich in einigen steuerlichen Befreiungen. Der Postbeförderungsweg war so organisiert, dass die Wohnstätten bzw. Gehöfte der „Postbauern“ als Relaisstationen (Orte, an denen Boten oder Fuhrwerke zum Wechseln bereitstanden) für die Postübergabe an den nächsten Boten dienten, der die Postsachen weiterzubefördern hatte. Axel Gustafsson Graf von Oxenstierna starb am 7. September 1654 in Stockholm.