Ein russischer Physiker (1869 - 1933) Zum Gedenken an seinen 75. Todestag
Vor 75 Jahren starb am 20. April 1933 in Archangelsk der Physiker Boris Lwowitsch Rosing. Er wurde am 5. Mai 1869 in St. Petersburg geboren. Rosing studierte seit 1891 an der Universität in St. Petersburg Mathematik und Physik. Dort zählte zu seinen Lehrern der durch seine funktelegrafischen Arbeiten bekannt gewordene russische Physiker Alexander Stepanowitsch Popow (1859 - 1906). Dem Studium schlosssich die Habilitation an, so dass Rosing im Jahre 1894 eine Lehrtätigkeit an der St. Petersburger Technischen Hochschule aufnehmen konnte. An diesem Institut lehrte er bis 1912, auch nachdem ihm weitere Aufgaben übertragen worden waren. Sein berühmtester Schülerwar der später in den USA lebende russische Fernsehtechniker Wladimir Kosma Zworykin (1889 - 1982).Rosing veröffentlichte 1892 seine ersten wissenschaftlichen Arbeiten, welche die Erforschung des Molekularmagnetismus zum Inhalt hatten. Ab 1897 wandte sich Rosing vorrangig fernsehtechnischen Experimenten zu. Von seinen experimentell gewonnenen Erkenntnissen ausgehend schlug er bereits 1907 vor, zur Wiedergabe von Fernsehbildern die von dem deutschen Physiker Karl Ferdinand Braun (1850 - 1918) im Jahre 1897 erfundene und nach diesem Wissenschaftler benannte Katodenstrahlröhre zu benutzen. Rosing meldete das von ihm entwickelte und als „Elektrisches Teleskop“ bezeichnete Fernsehsystem noch im Jahre 1907 in mehreren Ländern zum Patent an. Vier Jahre später gelang Rosing im Mai 1911 der praktische Beweis für eine elektronische Bildübertragung. Mit dem betriebsfähigen Modell eines vereinfachten „Fernsehgerätes“ stellte er erstmals ein bescheidenes Bild in Form von drei bis vier parallelen Linien dar. Nach seiner Berufung als Leiter des St. Petersburger Laboratoriums für experimentelle Elektrotechnik setzte Rosing von 1924 bis 1928 seine fernsehtechnischen Forschungsarbeiten weiterhin erfolgreich fort. Dem folgte eine dreijährige Tätigkeit als Leiter des Zentralen Laboratoriums für Nachrichtentechnik. Unter Rosings Patronat waren zwar schon viele funktechnische Kräfte ausgebildet worden, doch mit der weiteren Entwicklung der russischen Nachrichtentechnik entstand ein steigender Bedarf an Hochfrequenztechnikern sowie an zusätzlichen Ausbildungs- und Forschungseinrichtungen. Im Jahre 1931 erhielt daher Rosing den Auftrag, in Archangelsk ein Technisches Institut aufzubauen, welcheser bis zu seinem Tode leitete.