Ein österreichischer Elektrochemiker (1858 - 1929) Zu Gedenken an seinen 150. Geburtstag
Vor 150 Jahren wurde am 1. September 1858 in Wien der Elektrochemiker Carl Auer von Welsbach geboren. Auer von Welsbach entstammte einer seit alters her in Kärnten ansässigen adligen Familie. Die Aufgaben als Direktor der Kaiserlichen Hof- und Staatsdruckerei banden jedoch seinen Vater an Wien, wo dessen Sohn Carl das Licht der Welt erblickte. Auer von Welsbach begann 1878 sein Studium in Wien und setzte es bis 1882 in Heidelberg bei dem berühmten Chemiker Robert Wilhelm Eberhard Bunsen (1811 - 1899) bis zur Promotion fort. Ausgehend von den beim Studium der seltenen Erden gewonnenen Erkenntnissen erfand Auer von Welsbach 1885 den mit Oxiden seltener Erden bedeckten „Glühstrumpf“, der bei Erhitzung durch eine Gas-flamme intensiv helles Licht ausstrahlte. Die Gasbeleuchtung (in Berlin z. B. schon seit 1823 eingeführt) konnte sich dadurch gegenüber der elektrischen Beleuchtung vorerst weiterhin behaupten. Es dauerte allerdings bis 1892, ehe seine erste Erfindung, die ihm inzwischen patentiert worden war, zur Produktion gelangte. Ebenfalls 1885 gelang Auer von Welsbach mit Hilfe des zuerst von ihm angewandten Verfahrens der fraktionierten Kristallisation die Spaltung des „Dyelins“ in die Elemente Praseodym und Neodym. Als zweite wichtige Erfindung gelang Auer von Welsbach im Jahre 1897 die Herstellung der ersten Metallfadenlampe mit Osmiumglühdraht (Osmiumlampe). Diese Lampe wies eine größere Lichtausbeute und längere Lebensdauer als ihre Vorgänger auf und war die erste fabrik-mäßig hergestellte Glühlampe. Mit dem „Auermetall“ bzw. „Zereisen“ für die Zündsteine der Feuerzeuge und Gasanzünder gelang ihm 1903 seine dritte große Erfindung. Die ihm gehörenden „Treibacher Chemischen Werke“ besaßen dafür das Verarbeitungsmonopol. In Würdigung seiner wissenschaftlichen Leistungen war Auer von Welsbach Mitglied der Akademie der Wissenschaften in Wien, Berlin und Stockholm, Ehrendoktor der Universitäten Wien, Graz und Karlsruhe sowie Träger des Werner-von-Siemens-Ringes und verschie-dener Medaillen. Carl Auer von Welsbach starb am 4. August 1929 auf dem Ahnschloss Welsbach bei Meiselding (Kärnten).