Ein deutscher Kabeltechniker (1861 - 1933) Zum Gedenken an seinen 75. Todestag
Vor 75 Jahren starb am 27. Dezember 1933 in Köln der Kabel-techniker Carl Maria Theodor von Guilleaume. Er wurde am 17. Juli 1861 in Köln geboren. Carl Maria Theodor Guilleaume kam als einer der drei Söhne und zwei Töchter des Kabelfabrikanten Franz Carl Guilleaume (1834 - 1887) zur Welt. Nach seinem Schulabschluss durchlief er ein mehrjähriges Praktikum in der Verwaltung und Produktion des väterlichen Betriebes, welches er in einem Hütten- und Walzwerk fortsetzte. Anschließend begann Guilleaume 1882 seine Tätigkeit im Draht- und Kabelwerk von Felten & Guilleaume in Mülheim bei Köln. Von 1884 bis 1885 sammelte er im Ausland beim Besuch metall-verarbeitender und elektrotechnischer Unternehmen weitere betriebliche Erfahrungen. Nach seiner Rückkehr übernahm er leitende Aufgaben im Werk Mülheim und ein Jahr später nach dem Tod seines Vaters die Gesamtleitung der Firma. Als er sich 1889 in den USA aufhielt lernte er dort ein aus reinem Manilahanf hergestelltes Papier kennen, welches ausgezeichnete Isoliereigenschaften für Kabel aufwies. Im Rahmen eines Abkommens bezog seine Firma dieses Isolierpapier, welches bei den bisherigen Faserstoffkabeln das benutzte Jute- und Baumwollgarn verdrängte. Das 1892 im Kabelwerk Mülheim entwickelte Nachrichtenkabel besaß erst-mals eine Papier-Luftraumisolation. Aufgrund seiner niedrigen Ladungskapazität konnte dieses Kabel bei kleinerem Leiterquerschnitt mehr Kabeladernpaare aufnehmen. Die damit verbundene Einsparung an Kosten hatte einen entscheidenden Einfluss auf den zunehmenden Aufbau der städtischen Telefonnetze. Infolge der prosperierenden Kableproduktion bekam das Unternehmen die Ausführung von Seekabel-Projekten übertragen (1888 eine siebenadrige Telegrafen-Seekabelverbindung zwischen Deutschland und Dänemark; 1889 zwei Telefon-Seekabel im La Plata). Die um 1900 auftretenden Absatzschschwierigkeiten infolge zunehmen-der Konkurrenz versuchte die Firma durch die Beteiligung an Aus-landsunternehmen, die Übernahme von Kabelproduzenten in Deutschland sowie mit der Beteiligung an der Gründung der Norddeutschen Seekabelwerke in Nordenham auszugleichen. Seit Beginn des neunzehnten Jahrhunderts in eine Aktiengesellschaft „Felten & Guilleaume Carlswerk AG“ umgebildet übernahm das Unter-nehmen im Jahre 1905 die „Elektrizitäts-Aktien-Gesellschaft vorm. W. Lahmeyer & Co.“ in Frankfurt (Main), nunmehr unter der Firmen-bezeichnung „Felten & Guilleaume - Lahmeyer Werke AG“ weitergeführt. Infolge begrenzter Einflussmöglichkeit auf den betrieblichen Ablauf durch die Aktienbeteiligung der AEG kam es zur Benutzung des früheren Firmmennamens „Felten & Guilleaume Carlswerk AG“, wobei Guilleaume bis zu seinem Tode als Aufsichtsratvorsitzender fungierte. Guilleaumes Verdienste um die Entwicklung der Kabelindustrie und den Aufbau der ersten telegrafischen Verbindung zwischen Deutschland und Nordamerika wurden mit einer Reihe hoher in- und ausländischer Auszeichnungen sowie 1900 mit der Adelung gewürdigt. Weiterhin wurde ihm 1914 das Adelsprädikat eines Freiherrn verliehen.