Ein deutsch-englischer Ingenieur (1823 - 1883) Zum Gedenken an seinen 125. Todestag
Vor 125 Jahren starb am 19. November 1883 in London der Ingenieur und Industrielle Carl Wilhelm Siemens (seit 1883 als Sir Charles William Siemens geführt). Er wurde am 4. April 1823 in Lenthe (bei Hannover) geboren. Carl Wilhelm Siemens war ein Bruder des Firmengründers Werner von Siemens (1816 - 1892). 1843 wechselte Carl Wilhelm Siemens nach London, um dort die Erfindung seines älteren Bruders Werner Siemens auf dem Gebiet der Galvanoplastik geschäftlich zu verwerten. In Zusammenarbeit mit seinem jüngeren Bruder August Friedrich Siemens (1826 - 1904) erfanden beide 1847 einen Regenerativschmelzofen, der ihnen 1856 patentiert wurde und der nach den Verbesserungen des französischen Ingenieurs Pierre-Emile Martin (1824 - 1915) als Siemens-Martin-Ofen im Hüttenwesen zur Stahlschmelze und in der Glasfabrikation zur Anwendung gelangte. In den Jahren zwischen 1850 bis 1853 entwickelte Carl Wilhelm Siemens einen Wasserzähler und erfand 1867 eine hydraulische Bremse. 1850 übernahm er die englische Vertretung der Firma Siemens & Halske AG. Diese Vertretung wandelte er 1858 in eine selbständige Zweigfirma um. Der neu geschaffene Firmensitz war die Ausgangsbasis für die 1865 vollzogene Gründung der von der Siemens & Halske AG unabhängigen Firma Siemens Brothers & Company, der auch eine von ihm zuvor in Woolwich (Großbritannien) gegründete Seekabelfabrik gehörte. Seit 1859 englischer Staatsbürger gründete Carl Wilhelm Siemens 1869 die Landore Siemens Steel Company, in der 1878 nach seinem Entwurf erstmals ein Lichtbogen zur Stahlschmelze benutzt wurde. 1874 ließ er den Kabelverlegedampfer „Faraday“ bauen, mit dem im gleichen Jahr sein Unternehmen das Tiefseekabel von Rio de Janeiro nach Montevideo und 1875 das Transatlantik-Kabel zwischen Irland und den USA legte. In Würdigung seiner technisch-wissenschaftlichen Leistungen wurde er 1883 als Sir Willam Charles Siemens in den Adelsstand erhoben.