Ein ungarisch-amerikanischer Physiker (1908 - 2003) Zum Gedenken an seinen 100. Geburtstag
Vor 100 Jahren wurde am 15. Januar 1908 in Budapest der Physiker Edward Teller geboren. Er kam als Sohn eines Rechtsanwalts zur Welt. Sein 1926 in Karlsruhe begonnenes Studium der Chemie und Physik setzte er in München und in Leipzig bis zu seiner Promotion 1930 fort. Anschließend arbeitete er von 1931 bis 1933 in Göttingen als Assistent und emigrierte im
gleichen Jahr unter dem Druck des in Ungarn aufgekommenen Horthy-Regimes vorübergehend nach Großbritannien. Sein weiterer wissenschaftlicher Weg führte über Kopenhagen in die USA. Dort lehrte und forschte er von 1935 bis 1975 als Professor für Molekular- und Atomphysik an einer Reihe führender Universitäten. 1941 wurde Teller US-amerikanischer Staatsbürger. Er trat 1941 dem Team um Enrico Fermi (1901 - 1954) bei, um an der Entwicklung des ersten Atomreaktors mitzuwirken. Anschließend wechselte Teller zu Julius Robert Oppenheimer (1904 - 1967). In Teamwork mit Oppenheimer beteiligte er sich von 1942 bis 1946 im Rahmen des „Manhattan-Projekts“ an der Entwicklung der ersten Atombombe. Zwischen 1949 und 1951 schuf Teller als Leiter eines Teams von Physikern die entscheidenden theoretischen Grundlagen der ersten Wasserstoffbombe und beteiligte sich an deren Konstruktion. In den USA wird Teller seither als „Vater der amerikanischen Wasser-stoffbombe“ gefeiert. Teller beschäftigte sich bei weiteren wissenschaftlichen Arbeiten mit Fragen der thermonuklearen Reaktion und der atomaren Energie-gewinnung. In seiner kernwaffentechnischen Beratertätigkeit setzte er sich für die atomare Aufrüstung der USA ein und vertrat die unhaltbare These von der Möglichkeit begrenzter Atomkriege Edward Teller starb am 9. September 2003 in Stanford (California/ USA).