Ein deutscher Telegrafentechniker (1783 - 1850) Zum Gedenken an seinen 225. Geburtstag
Vor 225 Jahren wurde am 19. Juli 1783 in Bremen der Telegrafentechnikers Franz August von Etzel (bis 1846 als O`Etzel geführt) geboren. Franz August O´Etzel entstammte einer irischen Adelsfamilie. Sein Vater besaß in Bremen eine Tabakfabrik. Aus beruflichen Gründen siedelten die Eltern nach Potsdam über, wo O´Etzel seine weitern Jugendjahre verbrachte. Später bemühte er sich um eine Studien-aufnahme an der Berliner Ingenieurakademie. Doch da sein Gesuch abgelehnt wurde, wandte er sich zunächst einem Apothekerstudium zu, um dann in Berlin und Paris Bergbautechnik zu studieren. Am Abschluss seines Studiums stand 1805 die Promotion zum Dr. phil. an der Universität Wittenberg. Vorübergehend im Farbenlaboratorium der Königlichen Preußischen Porzellanmanufaktur angestellt und bis 1809 in Berlin eine Apotheke betreibend wandte sich O´Etzel zugleich militärischen Studien zu. Die Zeitumstände bewogen ihn, 1810 in das Brandenburgische Ulanen-regiment einzutreten. Bereits nach zwei Jahren wurde er zum „Secondelieutenant“ befördert. Für seine in den Feldzügen von 1813/15 im Kampf gegen die Armeen Napoleons bewiesene Tapferkeit und sein militärisches Geschick wurde er mehrfach ausgezeichnet und befördert. Nach 1815 war O´Etzel im Auftrag des militärtopographischen Büros vorrangig mit geodätischen Arbeiten beschäftigt. Seine erfolgreich durchgeführten Vermessungsaufgaben bewogen den Generalstab, O´?tzel im Range eines Majors zur weiteren Mitarbeit heran-zuziehen. Erst nachdem 1830 der Geheime Postrat Carl Philipp Heinrich Pistor (1777 - 1847) einer Kommission des Generalstabes eine Denkschrift zur Errichtung einer optischen Telegrafenlinie eingereicht und der König Friedrich Wilhelm III. (1797 - 1840) mit einer Kabinettsorder vom 21. Juli 1832 seine Zustimmung zum Bau einer solchen Linie von Berlin bis Koblenz erteilt hatte, schlug O´Etzels große Stunde. Von der „Telegraphencommission des Generalstabes“ war noch im gleichen Jahr das „Telegraphen-Corps“ gebildet worden, dessen Leitung O´Etzel als bewährter Vermessungsfachmann übertragen bekam. Bereits im November 1832 hatte O´Etzel erreicht, dass auf der Teilstrecke Berlin-Magdeburg der optische Telegrafenbetrieb aufgenommen werden konnte. Die Gesamtleitung der optischen Telegrafen-linie Berlin-Koblenz unterstand von 1832 bis 1848 Major O´Etzel. Mit Umsicht sorgte O´Etzel nicht nur für den Aufbau der Telegrafenlinie, sondern er entwarf auch das Code-Buch für die 4096 Einstellmöglichkeiten der sechs hölzernen Signalflügel. Nach diesem Code-Buch mussten alle Telegramme an den Anfangs- oder Endpunkten der Telegrafenlinie in Berlin oder Koblenz ver- und entschlüsselt werden. Schon frühzeitig erkannte O´Etzel die einem optischen Telegrafen anhaftenden Mängel. Er setzte sich daher sehr bald für die Ein-führung der elektrischen Telegrafie ein. In diesem Zusammenhang entwarf er 1837/38 einen elektromagnetischen Telegrafen. Dieser Entwurf kam jedoch infolge Voreingenommenheit seiner vorgesetzten Behörde nicht zur Ausführung. Für seine Verdienste beim Aufbau des Telegrafenwesens im Jahre 1835 zum „Königlich Preußischen Telegraphendirektor“ ernannt, 1846 als Franz August von Etzel in den Adelsstand erhoben und 1847 zum Generalmajor befördert, musste er ein Jahr später aus gesundheit-lichen Gründen seinen Abschied nehmen. Franz August von Etzel starb am 26. Dezember 1850 in Berlin.