Ein französischer Physiker (1900 - 1958) Zum Gedenken an seinen 50. Todestag
Vor 50 Jahren starb am 14. August 1958 in Paris der Physiker Frederic Joliot-Curie. Er wurde am 19. März 1900 in Paris geboren. Frederic Joliot kam als siebentes Kind einer Kaufmannsfamilie zur Welt. Er konnte zunächst keine akademische Laufbahn beginnen. Mit achtzehn Jahren nahm er daher ein ingenieurtechnisches Chemiestudium auf. Nach seinem Studium begann er 1925 seine berufliche Karriere als Mitarbeiter von Marie Curie (1867 - 1934) am Pariser Radiuminstitut. 1926 heiratete er ihre Tochter Ir?ne Curie (1897 - 1956). Bei ihrer gemeinsam betriebenen Arbeit an wissenschaftlichen Forschungs-aufgaben beschäftigte sich das Ehepaar Joliot-Curie mit wichtigen kernphysikalische Grundlagenforschungen. Beide Wissenschaftler bereiteten die 1932 erfolgte Entdeckung des Neutrons durch James Chadwick (1891 - 1974) vor und entdeckten 1934 die künstliche Radioaktivität durch Kernumwandlung gewonnener Isotope. Sie erzeugten zahlreiche neue instabile Isotope und erforschten deren Anwendung in Biochemie und Medizin. Dafür erhielten sie 1935 gemeinsam den Nobelpreis für Chemie. Während des Zweiten Weltkrieges arbeitete Frederic Joliot-Curie aktiv mit der französischen Widerstandsbewegung zusammen. Nach Kriegsende erbaute er den ersten Kernreaktor Westeuropas und war von 1946 bis 1950 Hoher Kommissar der französischen Atomenergie-kommission. Seit 1951 wirkte er als Präsident der Weltfriedensbewegung und verlor aufgrund seiner Tätigkeit für die Weltfriedensbewegung sein Amt als Leiter der französischen Atomenergiebehörde. Daraufhin wechselte er in den Hochschuldienst über.