Ein russischer Raumflugpionier (1887 - 1933) Zum Gedenken an seinen 75. Todestag
Vor 75 Jahren starb am 28. März 1933 in Kislowodsk (Russland) der Raumflugpionier Friedrich Arturowitsch Zander. Er wurde am 23. August 1887 in Riga (Lettland) geboren. Etwa seit 1908 beschäftigte sich Zander mit Raketen- und Raumflug-technik. Als er später die Arbeiten von Konstantin Eduardowitsch Ziolkowski (1857 - 1935) kennenlernte wurde er zu einem der aktivsten russischen Pioniere auf diesen Gebieten. Als Flugzeug-ingenieur verfolgte er vor allem den Gedanken des Raketenflugzeugs, entwarf Versuchsraketentriebwerke für flüssige Treibstoffe und führte schon 1928 Versuche mit metallischen Zusätzen im Brennstoff durch. 1930 baute und erprobte er sein erstes Flüssigkeitstriebwerk („OR-1“), das mit gasförmigem Sauerstoff und Benzin betrieben wurde und einen Schub von fünf kp erzeugte. In seinem zweiten Versuchs-triebwerk („OR-2“), das er in Zusammenarbeit mit der GIRD („Gruppa Isutschenija Reaktiwnogo Dwishenija“ = Gruppe zum Studium der Rückstoßbewegung) entwickelte, ging er dann schon zu flüssigem Sauerstoff über, womit er 50 kp Schub erreichen wollte. Zander verunglückte tödlich kurz nach Beginn der ersten Brennversuche mit dem neuen Triebwerk, das später in der ersten russischen Höhen-rakete verwendet wurde und 65 kp Schub erreichte.