Ein deutscher Postorganisator (1733 - 1805) Zum Gedenken an seinen 275. Geburtstag
Vor 275 Jahren wurde am 2. Juni 1733 in Frankfurt (Main) der Postorganisator Karl Anselm von Thurn und Taxis geboren. Karl Anselm von Thurn und Taxis war der älteste Sohn von Alexander Ferdinand von Thurn und Taxis (1704 - 1773). Nach dem Tod seines Vaters übernahm er die Geschäfte als Generaloberstpostmeister, die er von 1773 bis 1805 ausübte. Im gleichen Jahr ging das Amt als „Kaiserlicher Prinzipalkommissarius“ durch ein Hofdekret vom 27. 4. 1773 an ihn über. Mit dem am 22. Oktober 1785 vollzogenen Kauf der Reichsgrafschaft Friedberg und der schwäbischen Herrschaften Bussen, Dürmentingen und Scheer für 2 100 000 Gulden wurde die Familie Thurn und Taxis durch den mit Land verbundenen Erwerb einer Reichsgrafschaft offiziell Mitglied der Reichsstände. Aufgrund dieser Besitzungen wurde Karl Anselm von Thurn und Taxis am 18. 5. 1787 in den Fürstenrat des schwäbischen Kreises einbezogen. Außer einigen Hauptpostämtern in den Niederlanden unterstanden dem unter der Regie der Thurn-und-Taxis-Post bestehenden Reichpost-generalat im Jahre 1787 noch über 20 Oberpostämter (Augsburg, Bremen, Braunschweig, Köln, Koblenz, Duderstadt, Erfurt, Frankfurt (Main), Freiburg, Hamburg, Hildesheim, Lübeck, Mainz, Mannheim, München, Münster, Nürnberg, Paderborn, Regensburg, Ulm, Würzburg). Nach dem im Februar 1801 zwischen Frankreich und Österreich abgeschlossenen Frieden von Lunéville gingen die linksrheinischen deutschen Gebiete verloren und damit auch die Einkünfte aus der dort noch bestehenden Taxis´schen Post. Als Entschädigung für die verlorengegangenen Einkünfte im Zusammenhang mit den an Frankreich abgetretenen Gebiete erhielt laut Artikel 13 des Reichsdeputations-hauptschlusses von 1803 Karl Anselm von Thurn und Taxis eine Reihe rechtsrheinischer Territorien. Karl Anselm von Thurn und Taxis starb am 13. November 1805 in Winzer (Regensburg).