Ein deutscher Elektroingenieur (1883 - 1953) Zum Gedenken an seinen 125. Geburtstag
Vor 125 Jahren wurde am 22. Februar 1883 in Friedrichsdorf (Taunus) der Elektroingenieur Karl Willy Wagner geboren. Er war der Sohn eines Kaufmanns. Nach dem Besuch der Realschule absolvierte Wagner bis 1902 an der Ingenieurschule in Bingen sein technisches Studium. Anschließend übernahm er für mehrere Jahre eine Lehrtätigkeit am Technikum in Bad Frankenhausen (Thüringen). Von 1904 bis 1908 arbeitete Wagner als Forschungsingenieur bei den Berliner Siemens & Schuckert - Werken. Danach wechselte er von 1909 bis 1913 an die Telegrafenversuchsanstalt in Berlin. Zwischenzeit-lich promovierte er 1910 an der Universität Göttingen und habili-tierte sich 1912 an der Technischen Hochschule Berlin. 1913 zum Professor und Mitglied der Physikalisch-Technischen Reichs-anstalt (PTR) berufen wandte er sich weiteren hochfrequenz-technischen Forschungsaufgaben zu. Das 1915 von Wagner erfundene elektrische Filter ermöglichte es, Frequenzbereiche in den ver-schiedenen Gebieten der Nachrichtentechnik zu trennen. Nach dem Wechsel zur Deutschen Post wurde er im Dezember 1918 zum Leiter des Telegrafenversuchsamtes berufen. Kurz danach führte Wagner bei der Deutschen Post das Trägerfrequenzverfahren ein. Dieses Verfahren unterstützte den Wiederaufbau des während des Ersten Weltkriegs zusammengebrochenen Fernverkehr. Mit dem Organisieren von Forschungen erlangte Wagner eine ebenso große Bekanntheit wie mit seinen experimentellen Forschungen auf dem Gebiet der Funktechnik. Während des Zweiten Weltkriegs war er ab 1943 als Berater für die Forschungsgruppe der Kriegsmarine tätig. Nach Kriegsende wurde er von der US-Militärregierung als Vor-sitzender des Planungsausschusses für das Post- und Fernmeldewesen der amerikanischen Besatzungszone eingesetzt und übernahm danach verschiedene Aufgaben an Hochschuleinrichtungen. In Anerkennung seiner technisch-wissenschaftlichen Leistungen wurde Wagner mit mehreren Ehrendoktoraten ausgezeichnet und erhielt neben vielen weiteren in- und ausländischen Ehrungen 1953 das Große Bundesverdienstkreuz mit Stern verliehen. Karl Willy Wagner starb am 4. September 1953 in Friedrichsdorf (Taunus).