Ein deutscher Elektrotechniker (1883 - 1979) Zum Gedenken an seinen 125. Geburtstag
Vor 125 Jahren wurde am 6. August 1883 in Moskau der Elektro-techniker Leo Wilhelm Julius Pungs geboren. Pungs kam als Sohn einer niederrheinischen Industriellenfamilie in Russland zur Welt. Er studierte nach der Rückkehr seiner Familie nach Deutschland an der Technischen Hochschule Darmstadt bis 1906 Elektrotechnik. Dort arbeitete er die folgenden drei Jahre als Assistent und wechselte dann vorübergehend in die Schweiz. 1910 konstruierte Pungs in Baden (Schweiz) bei der Firma Brown, Boveri & Cie Drehstrommotoren. 1912 wurde er in Darmstadt mit der wissen-schaftlichen Abhandlung „Das dielektrische Verhalten flüssiger Isolierstoffe bei hohen Wechselspannungen“ promoviert. Im gleichen Jahr begann Pungs seine Tätigkeit bei der C. Lorenz AG in Berlin. Während des Ersten Weltkriegs arbeitete er im Auftrage der Deutschen Kriegsmarine an Peil- und Navigationsfragen. Unter Hinwendung zur Funktechnik entwickelte Pungs 1913 ein Verfahren zur Amptlituden-modulation ungedämpfter hochfrequenter Schwingungen unter Verwendung von gesteuerten Eisendrosseln. Die nach ihm benannte Pungs-Drossel war 1920/21 ein wichtiges Bauelement bei der Ausstrahlung der ersten Rundfunkversuchssendungen über die Sendeanlagen in Königs Wuster-hausen und Eberswalde. Während des Zweiten Weltkriegs arbeitete Pungs im Auftrage der Kriegsmarine an Forschungsaufgaben auf dem Gebiet der Funkmesstechnik und an Verfahren zur Tarnung fester und beweglicher Ziele gegenüber einer Anstrahlung durch elektro-magnetische Wellen. Leo Wilhelm Julius Pungs starb am 16. Februar 1979 in Braunschweig.