Ein serbo-kroatischer Physiker (1858 - 1935) Zu Gedenken an seinen 150. Geburtstag
Vor 150 Jahren wurde am 4. Oktober 1858 in Idvor (Banat) der Physiker Michailo Idvorsky Pupin geboren. Aus einer bäuerlichen Umgebung stammend nahm Pupin 1878 sein Studium in Berlin auf. Als Schüler des Physikers Hermann von Helmholtz (1821 - 1894) erweckten dessen Vorlesungen auf dem Gebiet der Elektro-technik in ihm das Interesse für diese neue Wissenschaft, der er sich dann zeitlebens verschrieb. Er musste aber bald erkennen, dass sich seine technischen Ideen unter den Bedingungen der kaiserlich und königlichen Donaumonarchie kaum verwirklichen ließen. Pupin wanderte daher in die USA aus. Von 1889 bis 1931 war er als Hochschullehrer an der Columbia-Universität in New York City tätig. Seine dortigen Forschungen hatten vorrangig die elektrischen Resonanzerscheinungen und die Elektrizitätsleitung durch verdünnte Gase zum Inhalt. Den entscheidenden Anstoß für die Idee mit der Spule erhielt Pupin durch die Bekanntschaft mit dem US-amerikanischen Physiologen und Techniker Alexander Graham Bell (1847 - 1922), der im Jahre 1876 das erste technisch brauchbare Telefon erfunden hatte und dem die Dämpfung der Gespräche auf den nun immer länger werdenden Fern-sprechleitungen große Sorgen bereitete. Die Lösung zur Kompensation (Ausgleich, Aufhebung) der störenden Dämpfungserscheinungen auf den Nachrichtenfernleitungen fand Pupin mit der von ihm im Jahre 1899 berechneten Selbstinduktionsspule, welche später nach ihm benannt wurde. Mit dem Einbau von „Pupinspulen“ wurde es erstmals möglich, die Reichweite und die Verständlichkeit der Ferngespräche unter den damaligen technischen Bedingungen zu erhöhen. Allerdings musste dabei eine Verringerung der Frequenzbandbreite in Kauf genommen werden. Ein Beweis für Pupins technische Vielseitigkeit ist, dass er auch auf dem Gebiet der Funktechnik und der Seekabeltelegrafie zur Gewinnung vieler neuer Erkenntnisse beitrug. In Zusammenarbeit mit der Firma Siemens im damaligen Deutschen Reich sorgte Pupin nach 1900 für eine sofortige praktische Anwendung seiner Spule auf vielen Fernleitungen und Seekabeln. Michail Idvorsky Pupin starb am 12. März 1935 in New York City.