Ein US-amerikanischer Postorganisator (1813 - 1883) Zum Gedenken an seinen 125. Todestag
Vor 125 Jahren starb am 27. Juli 1883 in Silver Spring (Maryland) der Postorganisator und Politiker Montgomery Blair. Er wurde am 10. Mai 1813 in Franklin County (Kentucky) geboren. Montgomery Blair war der Sohn einer reichen Farmerfamilie im Bundesstaat Kentucky. Sein 1831 in Lexington (Kentucky) am Transsylvania-College begonnenes Studium unterbrach er nach einigen Monaten, um an der Militärschule von West Point (Bundesstaat New York) bis 1835 bei der US-Armee zu dienen. Danach setzte er sein Studium der Rechte, dem Sprungbrett für seine steile politische Karriere, am Transsylvania-College bis zum Abschluss im Jahre 1837 fort. Mit der Eröffnung einer Rechtsanwaltpraxis in St. Louis (Missouri) begann er seine Laufbahn. Ehrgeizige Spekulationen und herkunfts-mäßige Bindungen bewogen Blair, der Demokratischen Partei beizu-treten. Diese 1832 gegründete Partei entwickelte sich bald zur Partei der Sklavenhalter und der Handelsbourgeoisie. Nunmehr betä-tigte sich Blair ab 1839 als politischer Vertreter Missouris, was 1842 mit der Wahl zum Bürgermeister von St. Louis führte. Dem folgte drei Jahre später eine Berufung zum Richter am Obersten Gerichtshof der USA. 1857 vollzog er seinen Übertritt von den Demokraten zu den Republikanern. Zunächst vertrat Blair ab 1860 im Landesmaßstab die 1854 gegründete Republikanische Partei, die zwar anfangs gegen eine Ausdehnung der Sklaverei kämpfte, sich aber schnell zur Partei der Großindustriellen formierte. Unter dem republikanischen Präsidenten Abraham Lincoln (1809 - 1865; von 1861 bis 1865 sechzehnter Präsident der USA) wurde Blair 1862 zum Generalpostmeister der USA ernannt. Während seiner rund fünfzehnjährigen Tätigkeit in diesem Amt verbesserte er grundlegend die Organisation des US-amerikanischen Postwesens und führte einheitliche Gebühren ein. Blair setzte sich entscheidend für das Zustandekommen der I. Inter-nationalen Postkonferenz ein, die am 11. Mai 1863 in Paris statt-fand. Diese Konferenz sollte der Vorbereitung des Zusammenschlusses der Postverwaltungen aller Kontinente zu einem weltumfassenden Postverein dienen. Es dauerte jedoch noch elf Jahre, bis der Weltpostverein, insbesondere aufgrund der Initiative des deutschen Generalpostmeisters Heinrich von Stephan (1831 - 1897), gegründet wurde. Des weiteren organisierte Blair den Aufbau der Bahnpost, in deren Netz er sofort die am 10. Mai 1869 fertiggestellte erste Bahn-verbindung zwischen der atlantischen und der pazifischen Küste mit einbezog. Als eine Ergänzung des staatlichen Postwesens führte der Generalpostmeister Blair im Interesse der Handels- und Industrie-bourgeoisie die privaten Stadtposten ein und sorgte für eine Reihe posttechnischer Verbesserungen. Als Vertreter der US-amerikanischen Postverwaltung zählte Blair zu den wichtigsten Mitinitiatoren des 1874 in Bern gegründeten „Allgemeinen Postvereins“ (ab 1878 „Weltpostverein“). In seinen letzten Lebensjahren wirkte Blair als Mitglied des Repräsentantenhauses bei der Vertretung des Bundesstaates Maryland mit.