Ein US-amerikanischer Philatelist (1883 - 1957) Zum Gedenken an seinen 125. Geburtstag
Vor 125 Jahren wurde am 6. Oktober 1883 in New York City der Philatelist und Fabrikant Theodore Ernst Steinway geboren. Sein Vater Heinrich Steinweg, der in Braunschweig eine Pianoforte-fabrik gegründet hatte, baute nach seiner Übersiedelung in die USA in New York City 1853 die Fabrik Steinway & Sons auf. Bereits in jungen Jahren beschäftigte sich Steinway Junior mit dem gezielten Sammeln von Briefmarken. Kurz nachdem 1896 in New York City der Collectors Club gegründet worden war trat er diesem Sammlerverein bei. Nach einigen Jahren wurde er als Vertreter der US-amerikanischen Sammler in den Londoner Klub der bereits 1869 gegründeten Royal Philatelic Society aufgenommen. Zu Beginn seiner Sammeltätigkeit beschäftigte sich Steinway mit klassischen Ausgaben Australiens und Deutschlands. In der Folgezeit galt sein Interesse insbesondere dem Aufbau von Sammlungen mit Marken altdeutscher Ausgaben wie denen von Baden, Braunschweig, Hamburg, Hannover, Lübeck, Mecklenburg, Sachsen und Thurn und Taxis. Steinway kaufte 1922 die berühmte Bibliothek aus dem Nachlass des österreichischen Philatelisten Viktor Suppantschitsch (1838 - 1919) auf, von der er später den größten Teil dem Collectors Club über-eignete. Dank seines Anstoßes und seiner finanziellen Unterstützung kam 1913 die Erste Internationale Briefmarkenausstellung in New York City zustande. Steinway gehörte zu den ersten Sammlern, die nach 1900 sich mit dem Aufbau von thematisch orientierten Sammlungen beschäftigten. Seine thematische Sammlung umfasste Ausgaben, auf denen Komponisten, berühmte Musiker und Musikinstrumente abgebildet waren. Als Wagner-Verehrer schlug er der Deutschen Postverwaltung vor, den 50. Todestag des Opernkomponisten mit der Emission eines Briefmarkensatzes zu würdigen. Dieser Satz Postwertzeichen erschien am 1. November 1933 mit neun Werten, auf denen Wagnersche Opern-motive abgebildet waren. Theodore Ernst Steinway starb am 8. April 1957 in New York City.