300 Jahre Schloss Ludwigsburg auf Briefmarken und Belegen
Michael Burzan
„Im Jahr 2004 feiert das Ludwigsburger Schloss seinen 300. Geburtstag. Es zählt zu den größten und schönsten Barockresidenzen Europas. In seiner wechselvollen Geschichte gehörte es zu den prächtigsten und wirkungsmächtigsten Höfen des Kontinents. Hier versammelten sich nicht nur die Mächtigen, sondern auch die Künstler und Kulturschaffenden des Landes. Heute zieht das ,schwäbische Versailles‘ inmitten der Gartenanlage ,Blühendes Barock‘ Hunderttausende Besucherinnen und Besucher nach Ludwigsburg.“ So skizzierte Dr. Annette Schavan, Ministerin für Kultus, Jugend und Sport in Baden-Württemberg, die Bedeutung des Jubiläums. Initiator des Bauwerks war der damalige Regent, Herzog Eberhard Ludwig (1676–1733). Er ernannte den Baumeister Philipp Joseph Jenisch (1671–1736) zum Professor am fürstlichen Gymnasium und zum Bauinspektor. Einer der ersten Aufträge des jagdbegeisterten Herzogs sollte „ein rechtes Jagdlusthaus zu Erlachhof“ werden. Der Grundstein zu diesem „Fürstenbau“ wurde am 7. Mai 1704 gelegt. Schon ein Jahr später verfügte der Herrscher, dass dieser Ort „Ludwigsburg“ heißen solle. Auf den neuen Namen folgte eine neue Konzeption der Bauten; der prunkvolle Stil des Barock hielt Einzug. Die Ausführung übernahmen Architekt Johann Friedrich Nette und Stukkateur Donato Giuseppe Frisoni, der bis zum Tod des Herzogs 1733 die 18 Bauten mit 452 Innenräumen zu einem harmonischen Gesamtkonzept verband. Im Jahr 1709 rief Eberhard Ludwig erstmals Menschen aus dem ganzen Land zur Gründung der noch fehlenden Ansiedlung auf. Er versprach ihnen dafür namhafte Privilegien, etwa die Befreiung von Steuern. 1724 erhob der Herzog Ludwigsburg anstelle von Stuttgart zu seiner „alleinigen und beständigen“ Residenz. Im Süden des Schlosses ließ Eberhard Ludwig einen aufwändigen ebenerdigen Parterregarten im barocken Stil anlegen. In den Jahren 1715 bis 1728 wurde diese Anlage im Zuge der Schlosserweiterung allmählich im französischen Stil verändert. Wie alle Barockgärten war auch der Ludwigsburger symmetrisch angelegt und axial auf das Schloss bezogen. Die Hofgesellschaft nutzte die Gärten als Festsaal im Freien, zum Flanieren und zu Repräsentationszwecken.