OLYMPISCHE SOUVENIRS UND POSTALISCHE RARITÄTEN Die frühen Jahre – 1896 bis 1936 Michael Burzan
In Athen herrscht zurzeit noch reges Treiben, damit die Olympischen Spiele 2004 reibungslos über die Bühne gehen können. Schon die ersten Olympischen Spiele der Neuzeit 1896 hat Athen ausgetragen, zum ersten Mal finanziert durch Sonderbriefmarken. Olympische Spiele gehören zu den ältesten Motivgebieten auf Postwertzeichen. Auf Auktionen erzielen sie Höchstpreise.
Start in Athen 1896
Der französische Baron Pierre de Coubertin hatte sich Ende des 19. Jahrhunderts dafür eingesetzt, große Sportwettkämpfe nach antikem Vorbild zu veranstalten. Dafür wurde das Internationale Olympische Comitee IOC am 23. Juni 1894 gegründet. Zu den ersten Olympischen Spielen erschien die erste Briefmarkenserie am 6. April 1896 in Griechenland. Hintergrund war, mit Hilfe der Briefmarken die Spiele zu finanzieren. Die Idee kam von zwei philatelistisch interessierten Sportlern, den Brüder Sacoraphus, mit Unterstützung des späteren Königs Konstantin. Die Idee ging auf. Der Gewinn aus dem Verkauf von Sonderbriefmarken überstieg die Kosten der Spiele. Der Briefmarkensatz umfasste zwölf Werte: ein Lepta bis fünf Drachmen. Die Motive zeigten Kunstwerke der griechischen Antike und Ansichten Athens. Sammler beschwerten sich damals über die kostspielige Ausgabe und riefen zum Kaufboykott auf. Der Erfolg war dennoch beachtlich: Die Marken bis 25 Lepta erreichten Auflagen zwischen zwei und vier Millionen. Vom Spitzenwert konnten 52 200 Stück abgesetzt werden. Heute zählt dieser Satz zu den teuersten Sondermarken Europas und gilt als Krönung jeder Olympia- Motivsammlung. 1906 veranstaltete Griechenland eine „Zwischenolympiade“, um an das zehnjährige Bestehen der modernen Olympischen Spiele zu erinnern – mit einer langen Markenserie. Die zweiten bis fünften Olympischen Spiele – 1900 in Paris, 1904 in St. Louis/USA, 1908 in London und 1912 in Stockholm – kamen ohne Briefmarken aus.