Es war das württembergische Rottweil, das im Sommer 1999 mit einer außergewöhnlichen Kampagne auf sich aufmerksam machte. Die Stadt rief ihre Mitbürger nämlich zur Kommunikation mit der Zukunft auf – genau genommen mit ihrer in einhundert Jahren lebenden Nachkommenschaft. „Post für die Nachwelt“ lautete das plakative Motto der Aktion. Botschaften aller Art waren willkommen. Die Briefe und Sendungen sollten an den künftigen Oberbürgermeister der Stadt gerichtet sein, einen Schulleiter, Gastwirt oder auch nur an den mutmaßlichen Bewohner eines bestimmten Gebäudes. Die Stadt hatte einen Künstler engagiert, der eigens eine stählerne „Postbox“ entwarf. Sämtliche Mitteilungen wurden darin eingeschweißt und so ihrem „Dornröschenschlaf“ überlassen.