„Hörst Du das Neue, Herr, dröhnen und beben? / Kommen Verkündiger, die es erheben. / Zwar ist kein Hören heil in dem Durchtobtsein, / doch der Maschinenteil will jetzt gelobt sein.“ So schrieb Rainer Maria Rilke 1922 in seinen „Sonetten an Orpheus“ und brachte damit die gewandelte Lautsphäre der Epoche hellhörig auf den Punkt. Die industrielle Revolution in Deutschland hatte das Leben von Grund auf verändert und dabei auch die Geräuschwelten, in denen sich die Menschen bewegten, neu „arrangiert“. Die Verwendung neuartiger Materialien und Maschinen brachte Geräusche hervor, die bisher niemals zuvor zu hören waren: den Lärm der Hydraulikpresse und des Flügelrads, des Pressluftzylinders und der Dreschmaschine, des Webstuhls und des Dampfschiffes.