Kavaliere auf Grand Tour Das Zeitalter der Bildungsfahrten
Desdemona Vagedes
Heute reist alle Welt. Das einst einmalige und wichtige Ereignis im Leben eines Menschen ist zur Gewohnheit geworden. Die Motive, die den Menschen trotz aller Gefahren zum Reisen bewegten, wechselten im Laufe der Jahrhunderte: Neugier nach der engeren und weiteren Umgebung, Streben nach Erweiterung des Weltbildes und Lust am Abenteuer trafen sich mit Freiheitsdurst und Fernweh sowie dem Wunsch aus der Enge des Alltags zu fliehen. Wer glücklich heimkehrte, war zudem als welterfahrener und gebildeter Mann überall willkommen. Ein Phänomen zeichnete sich bereits im Mittelalter ab: die Anfänge des organisierten Reisens mit Reiseauskunftstellen, Reisegesellschaften, Fremdenführern, Souvenirs und Hotelketten als Folge eines frühen „Massentourismus“.