„... das Gefühl, nicht verlassen zu sein“ Auf Post- und Fernmeldeämtern in den Jahren 1939–1945 Jürgen Bräunlein
Zu Beginn des Zweiten Weltkriegs arbeiteten im Osten Deutschlands ungefähr 50 000 Deutsche im Post- und Fernmeldedienst. Der technische Standard war hoch. Im Gebiet des Deutschen Reiches hatten fast alle Ämter im Ortsverkehr mittlerweile auf Wählbetrieb umgestellt. Auch wenn die meisten Postler östlich von Oder und Neiße vom Krieg zunächst nicht unmittelbar betroffen waren, spürten sie ihn doch bald an der Personalengpässen. Viele, vor allem auch junge Kräfte, die im Zustelldienst beschäftigt waren, wurden zur Wehrmacht oder zum Volkssturm eingezogen. Frei gewordene Stellen besetzte man mit weiblichem Personal, pensionierten Postbeamten, zwangsverpflichteten Tschechen und Holländern oder auch ungelernten Kräften. Gleichzeitig nahm die Arbeitsbelastung stetig zu.