Von der Wachstafel zum Chip im Kopf: Speichermedien
Bernd Flessner
Platon (ca. 427–347 v. Chr.) war einer der ersten Philosophen, der sich mit der Frage befasste, wie der Mensch sein Wissen und seine Erfahrungen speichert. Der Ort der Aufbewahrung war für ihn das Gedächtnis (mneme), der Inhalt die Erinnerung (anamnesis). Den Vorgang des Speicherns verglich er mit der damals üblichen Wachstafel (kerinon ekmageion), in die Buchstaben eingedrückt wurden: „Was sich nun abdrückt, daran erinnern wir uns. Wurde es aber gelöscht oder konnte es auch gar nicht eingedrückt werden, so vergessen wir die Sache und wissen sie nicht.“ Diese Wachstafel im Kopf hielt Platon für die beste Art des Speicherns überhaupt, denn nur so konnten für ihn Seele, Gedächtnis, Erinnerung, Wissen und Wahrheit eine Einheit bilden.