Strömung, Sturm und Sterne Die historische Entwicklung der Wetterbeobachtung an Bord von Handelsschiffen
Detlef Hechtel
Schon vor Jahrtausenden machten sich Entdecker und Seefahrer auf den Weg, die Welt zu erkunden und den Horizont zu erweitern. Der Nutzen solcher Reisen bestand auch darin, in Tagebüchern, Logbüchern und auf Karten den Verlauf der Expeditionen sowie besondere Ereignisse für die Zeitgenossen und für die Nachwelt festzuhalten. So entstand das Wissen über die Menschen, Kontinente, Länder und Ozeane. Der US-amerikanische Leutnant zur See Matthew Fontaine Maury verbrachte Mitte des 19. Jahrhunderts viele Jahre damit, in Archiven und Kellern des Marineministeriums in Washington Tausende von Logbüchern zu erforschen und systematisch auszuwerten. Darin fanden sich die Eintragungen der Kapitäne und Steuerleute, ihre Angaben zu Stürmen, Winden und Meeresströmungen. Die Ergebnisse trug er in Seekarten ein und erhielt so ein Gesamtbild der auf den Ozeanen jahreszeitlich anzutreffenden Bedingungen.