Kommunikation in China oder: Hupen gegen die Einsamkeit
Martin Brandes
„Ni chifan le ma“: „Hast Du schon gegessen?“, fragt man in China gern bei einer schnellen Begrüßung. Gespräche über das Essen sind für die kommunikationsfreudigen Chinesen eine Leidenschaft. Lautstark wird im Restaurant die Speisekarte kommentiert, werden in aller Ausführlichkeit mit dem Service die Gerichte und ihre Zubereitung diskutiert. Das dauert oft nicht nur deshalb so lange, weil der chinesische Gast sehr anspruchsvoll ist und immer ganz genau wissen will, wie ein Gericht zubereitet wird und woraus es genau besteht, sondern auch, weil in China Dutzende unterschiedliche Sprachen und Dialekte gesprochen werden, wie zum Beispiel der Shanghai- oder Hainan-Dialekt. Nicht zu vergessen die Sprachen der ethnischen Minderheiten wie Koreanisch, Mongolisch, Tibetisch, Uighurisch, die wie das Uighirische teilweise auch noch eigene Schriften haben.