Kommunikative Kraft der Musik Die Entstehungsgeschichte und Bedeutung von Nationalhymnen
Harry D. Schurdel
Wenn es ein universelles Kommunikationsmittel gibt, dann ist es die Musik. Konzerte berühmter Künstler – seien sie nun Vertreter der ernsten oder der leichten Muse – füllen weltweit die Säle. Und auch die Empfindungen der Menschen zur und für die Musik sind grenzen- und kulturübergreifend: von der stillen Ergriffenheit beim Klavierabend über die Freude beim Musical bis zur Ekstase bei einem Rockkonzert. Nicht zu vergessen die Faszination, die von der autochthonen Musik der Völker ausgeht, von den Flötenweisen der Indios bis zum Klang indonesischer Gamelan-Orchester. Kurz und gut: Musik ist völkerverbindend. Zunächst aber ist Musik identitätsstiftend, für kleine Gruppen wie für ganze Nationen. Und dies gilt besonders für die Hymne, angefangen bei der Vereinshymne und endend bei der Nationalhymne. So verbinden wir etwa mit der „Marseillaise“ automatisch Frankreich, das „God save the Queen“ steht für das Vereinigte Königreich, und hören wir „The Star Spangled Banner“, denken wir an die USA. Kein Wunder, dass die Nationalhymnen im internationalen Verkehr buchstäblich eine herausragende Rolle „spielen“.