Vor 100 Jahren bebte in Kalifornien die Erde Ansichtskarten aus San Francisco
Als in Europa der internationale Postversand von Ansichtskarten schon etwas Alltägliches war und sich bei Absendern und Adressaten die Sammelleidenschaft entwickelte, tat man sich in den USA mit dieser postalischen Form des Grußaustausches noch schwer. Erst ein Gesetz (Act of Congress) vom 19. Mai 1898 regelte amtlich den Druck und Versand bebilderter Postkarten. Bereits ab 1893 waren unter Duldung durch die US-Post großformatige Karten zum Beispiel der Weltausstellung in Chicago (Souvenir Postals) mit Ansichten der Ausstellungsgebäude erschienen. Die Herstellung von Ansichtskarten begann also in den USA relativ spät – dann aber mit großer Intensität. Dargestellt wurde der rapid verlaufende technische Fortschritt, aber auch alles Außergewöhnliche und Sensationelle. Vor allem Katastrophen erregten schon immer menschliche Neugier. Mit der Erfindung der Photographie gab es das Medium, um für Aufmerksamkeit zu sorgen und eindrucksvolle Motive von Katastrophen zu verbreiten, die auf Postkarten auch ins Ausland gelangten. Auf diesem Weg kamen zahlreiche Bilder eines Erdbebenunglücks, das Anfang des Jahrhunderts die ganze Welt erschütterte, nach Deutschland. Es war am Morgen eines Frühlingstages, (…)