Passgenaue Postfahrzeuge Die Volkswagen bei der Deutschen (Bundes-)Post Gaby Sonnabend
Mit einer so erfolgreichen Kooperation zwischen dem größten europäischen Automobilkonzern und Europas größtem zivilen Fuhrparkhalter hatte am Ende des Zweiten Weltkriegs niemand gerechnet. Das in der britischen Besatzungszone gelegene Volkswagenwerk sollte nach dem Willen der Alliierten demontiert und ins Ausland gebracht werden. Der mit der Abwicklung des maroden Betriebs beauftragte junge Major Ivan Hirst entpuppte sich jedoch als Glücksfall für Volkswagen: Statt das Werk zu demontieren, sanierte er es und stellte die Weichen für den künftigen Welterfolg. Mit großem Improvisationstalent gelang es ihm, technische und organisatorische Probleme zu lösen und Versorgungslücken zu schließen, so dass VW als einzige deutsche Automobilfabrik unmittelbar nach dem Krieg mit der Produktion fortfahren konnte. Die Bomben der Aliierten hatten „nur“ acht Prozent der Maschinen und 30 Prozent der Werkshallen beschädigt, und da die britische Besatzungsarmee neue Autos benötigte, wurden die Bänder wieder zum Laufen gebracht. Da sie ihren Bedarf nicht aus heimischer Produktion sättigen konnten, erhielten die „Wolfsburg Motor Works“ fortan bevorzugt Rohstofflieferungen. Davon profitierte auch die Reichspost. (…)