(…) Im September 1945 lieferte VW bereits das erste Fahrzeug an die Post. Einem ursprünglich militärisch genutzten Kübelwagen wurde ein offener Blechkasten aufgesetzt, und bald danach folgten VW-Limousinen, ebenfalls mit Blechkastenaufbau. Die Produktion für die Besatzungsmächte verschaffte VW einen entscheidenden Wettbewerbsvorteil vor den Konkurrenten, denn das Unternehmen hatte dadurch ein Quasi-Monopol für die Belieferung von Reichsbahn und Reichspost. Schon im November 1951 feierten die Post – seit dem 1. Januar 1951 offiziell in Deutsche Bundespost umbenannt – und Volkswagen ihr erstes Jubiläum, als an den Großkunden Post der 2000ste Volkswagen geliefert wurde. Unzählige Jubiläen sollten folgen. In schöner Regelmäßigkeit berichteten Postzeitschriften über die Feiern, bei denen VW-Manager einen Jubiläumswagen an den jeweiligen Postminister übergaben. 1969 feierten die Verantwortlichen den 50.000sten Volkswagen bei der Bundespost, 1972 den 80.000sten, 1974 den 100.000sten, 1978 den 125.000sten, 1980 den 150.000sten und 1986 den 200.000sten. Den aus den historischen Gegebenheiten am Ende des Krieges resultierenden Wettbewerbsvorteil des VW-Werks vergrößerte die Bundespost durch die „Typenbeschränkung“. Aufgrund der Vorkriegserfahrungen war klar, dass sich ein Kraftfahrzeugbetrieb in dieser Größenordnung nur wirtschaftlich führen ließ, wenn möglichst wenig Fahrzeugtypen eingesetzt würden. Verantwortlich für die Bestimmung von Stückzahl und Typ der zu beschaffenden Fahrzeuge sowie für die Bereitstellung der Mittel war das Bundespostministerium (BPM). Das 1949 ins Leben gerufene Posttechnische Zentralamt (PTZ) erledigte die Kraftfahrzeugbeschaffung. Durch die Typenbeschränkung sollten Reparatur- und Wartungsarbeiten, Instandsetzungskosten sowie die Schulung von Personal für die posteigenen Werkstätten vereinfacht und verbilligt werden. Für andere Automobilfirmen war es in Folge dessen schwer, in das Typenprogramm der Bundespost aufgenommen zu werden, in dem Volkswagenfahrzeuge dominierten.