(…) Schon um die Jahrhundertwende hatte die Reichspost erste Versuche durchführen lassen, Briefe und Pakete mit Kraftwagen zu transportieren. Im Jahr 1910 wurden bereits 70 Fahrzeuge genutzt, um vorzugsweise in größeren Städten und deren Außenbezirken die Post zuzustellen. Bei Ausbruch des ersten Weltkriegs gab es im Gesamtnetz rund 200 posteigene Linien und allein die Oberpostdirektion Erfurt hatte 21 Kraftwagen-Personenposten. Nach der kriegsbedingten Stagnation in den Folgejahren wurde das Liniennetz dann weiter ausgebaut. Ende der 1920er-Jahre wurde die Landpost „verkraftet“, der Fuhrpark der Reichspost vergrößerte sich entsprechend. In Zusammenarbeit mit der Industrie wurde die technische Entwicklung der Fahrzeuge vorangetrieben. Es entstanden beispielsweise spezielle Stahlaufbauten für die Busse sowie Sonderfahrzeuge wie fahrbare Postämter. Um die Fahrzeuge in Stand zu halten, gab es bei den Ämtern mit Kraftfahrzeugbetrieb eine Ortswerkstatt zur Pflege der Wagen und für kleine Reparaturen. Mehrere Ortswerkstätten waren jeweils einer Gruppenwerkstatt unterstellt, die mit Spezialwerkzeugen auch größere Reparaturen durchführen konnten. Zur Zeit des Zweiten Weltkriegs betrieb die Post rund 1 800 dieser Werkstatttypen. In insgesamt 50 Bezirkswerkstätten konnten darüber hinaus weitergehende Instandsetzungsarbeiten gemacht werden wie der Austausch schadhafter Motoren, Getriebe oder Achsen.