„…in allen Wechselfällen des Lebens“ Briefträger Beecken und die Wohlfahrtspflege der Kaiserlichen Reichspost
Heinrich Beecken, 1875 im 500-Seelen-Dorf Ramelsloh, Kreis Winsen, als Sohn eines Arbeiters geboren, hatte nach acht Jahren Dorfschule, Ableistung des zweijährigen Militärdienstes und Beschäftigungen als Knecht auf Bauernhöfen im Jahre 1899 eine Anstellung bei der Kaiserlichen Reichspost erhalten. Die Schattenseite dieser sicheren Stellung war eine weitgehende Gängelung des Staatsbeamten, die sich bereits bei den Einstellungsformalitäten zeigte: eben der Amtsverschwiegenheitspflicht, der Bestätigung geordneter Vermögensverhältnisse und dem Amtseid auf Seine Majestät den Deutschen Kaiser gab es auch außerdienstliche Verhaltensvorgaben, so zum Beispiel die Anweisung, sich von sozialdemokratischen Bestrebungen fernzuhalten, keine ausgedehnten Wirtshausbesuche und Tanzlustbarkeiten in öffentlichen Lokalen zu unternehmen und nur zu heiraten, wenn „hinreichende Mittel zum Unterhalt einer Familie“ vorhanden waren. (…)