Material paradox Vom Computer ohne Bildschirm zum unsichtbaren Monitor Frank Gnegel
Dieses Jahr wird die Zahl der Computer die Milliardengrenze überschreiten. In den Büros und Wohnungen der industrialisierten Staaten sind sie längst allgegenwärtig, China, Indien oder Brasilien holen mit mehreren hundert Millionen neuen Computern pro Jahr kräftig auf. Pro Tag also viele Milliarden Stunden, in denen die Menschheit auf den Computermonitor starrt. Was er darstellt, ist etwas Immaterielles: Information. Seine Oberfläche ist der Punkt, an dem die Bits und Bytes aus Speichern und aus dem weltweiten Netz in für uns wahrnehmbare Inhalte verwandelt werden. Unmittelbar hinter der Oberfläche des Monitors formen die elektrischen Impulse aus den Datenströmen visuell wahrnehmbare Muster: Buchstaben und Sätze, Symbole und Bilder. Hier materialisiert sich die digitalisierte Information zu einem flüchtigen Abbild. (…)