(…) Der Korb als Urtypus eines Behältnisses begleitet die Menschen schon seit Anbeginn. Vielleicht wurde der erste Korb vor tausenden Jahren durch reine Naturbeobachtung entwickelt? Vögel verbauen Äste und Gräser zu Nisthöhlen und Nestern, deren Form durch Verschränken und Kreuzen der Bauteile stabilisiert und fixiert wird. Leider bleibt die Entstehung der Technik Flechten im Dunkel der Vergangenheit verborgen, schon wegen der Vergänglichkeit des Materials. Nur wenige frühe archäologische Funde deuten auf einen Gebrauch von Korbwaren hin. So sind beispielsweise in den ältesten Belegen lediglich Abdrücke von Flechtwerk auf Tonfragmenten und Knochen erhalten geblieben. Das älteste bekannte Körbchen stammt aus einem Grab in Esparto, Spanien, und datiert auf ca. 5000 v. Chr. Die Bibel ist eine von vielen literarischen Quellen, die von Körben berichten: Sie spricht etwa von einem mit Pech abgedichteten Binsenkörbchen, das das Überleben des kleinen Moses sicherte, als er auf dem Nil ausgesetzt wurde (Ex 2,3). Korbwaren dienen dem Transport, der Aufbewahrung und der Sicherung des Inhalts. Sie eignen sich gerade durch ihre speziellen Eigenschaften dazu: hohe Stabilität und Belastbarkeit bei gleichzeitig geringem Eigengewicht. Die Herstellung erfolgt weitgehend ohne Spezialwerkzeuge und ist bis heute Handarbeit. Dabei werden ganz unterschiedliche Naturmaterialien eingesetzt, je nach Region und Verwendungszweck. So verwundert es nicht, dass das Flechten als Handwerk nicht nur sehr alt, sondern auch sehr weit verbreitet ist. Egal welche Region und welcher Kulturkreis: Flechttechniken sind universell auf dem gesamten Erdball vertreten. Seit vielen Jahrhunderten wird auch in Deutschland die Korbflechterei betrieben. Ende des Mittelalters hat sich das selbständige Korbmacherhandwerk als Zunft herausgebildet, erstmals im Jahr 1589 in Köln. Zuvor gehörten die Korbflechter wohl dem nicht sesshaften Volk an, das nicht nur die Herstellung, sondern auch den Vertrieb selbständig betrieb und hausierend umherzog.