(…) Corrien Maas hatte nach ihrer dreijährigen Ausbildung zur Weberin im belgischen Gent damit begonnen, Kleiderstoffe für sich und Freunde zu weben. Auf die Frage, wie alles begann, antwortet sie: „Het balletje ging aan het rollen“, als ihr der Zufall einen holländischen Radiosammler ans Telefon geholt habe, der gehört hatte, dass sie Stoffe entwerfe und webe. Er brauche dringend die Nachbildung eines alten Radio-Lautsprecherstoffes und fragte, ob sie sich vorstellen könne, diesen zu rekonstruieren. Das war die Initialzündung für eine bis heute nicht endende Erfolgsstory. Als dieser erste Kunde die Nummer „R950401“, den ersten Radiostoff, in den Händen hielt, war er so begeistert, dass er die Weberin 1995 dem Direktor des rund 2 000 Mitglieder starken Vereins für Niederländische Radiogeschichte (NVHR) vorstellte. Heute produziert Corrien Maas auf ihren vier Handwebstühlen zirka 30 Meter Lautsprechertuch pro Jahr, und die internationale Kundschaft wartet schon mal bis zu fünf Monate auf den Stoff ihrer Träume. Denn wer sich mit dem Sammeln und Restaurieren alter Radios befasst, muss vor allen Dingen Zeit haben. Oft werden mehrere alte Radios eines Typs benötigt, um das besterhaltene wieder betriebsfähig zu machen. Ein wichtiger Bestandteil für die Optik des Liebhaberstücks ist dabei die Stoffbespannung, die früher meist in hochspezialisierten Betrieben gefertigt wurden.